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Frankfurt & Rhein-Main

Tempo 30 auf Frankfurter Hauptstraßen – Lärmminderung schnell und günstig

Zwei Jahre wurde gemessen, das Ergebnis war eindeutig: Tempo 30 ist eine geeignete Maßnahme zur Lärmminderung und würde – bei Nacht verordnet – den Anwohnerinnen und Anwohner an Hauptstraßen mehr Ruhe garantieren.

„Etwas ungewöhnlich und wertvolle Zeit raubend“ findet Mathias Biemann vom Verkehrs­club Deutschland deshalb das Vorgehen der Frankfurter Koalition, mit einem Antrag zum Haushalt die Frage klären zu lassen, wie es auf den Hauptstraßen der Stadt ruhiger werden könnte. „Eigentlich hätten das die Stadtverordneten entscheiden können, wären die Ergebnisse des Modell­versuchs zu Tempo 30 bei Nacht im Verkehrsausschuss vorurteilsfrei bewertet worden“ kritisiert er das aktuelle Verfahren.

Er ist aber überzeugt, dass bei der nun beabsichtigten Prüfung durch den Magistrats Tempo 30 die Lösung sein wird, die den Haushalt der Stadt am geringsten belastet. Denn Tempo 30 könne schnell in die Realität umgesetzt werden, zu­mindest viel schneller als Flüsterasphalt oder andere Straßenbeläge, die im Zusammen­hang mit der Lärmminderung bei Tempo 50 gerne ins Spiel gebracht werden. „Ihr flächen­deckender Einbau würde viele Jahre dauern, verbunden mit der Sperrung der Hauptstraßen und hohen Kosten im zweistelligen Millionen­bereich“ warnt Biemann. Zudem müssten die Arbeiten, kaum beendet, gerade wieder von vorne begonnen werden, denn nach etwa 8 Jahren ist der schallschluckende Belag abgenutzt; eine kostspielige Sisyphusarbeit.

Das von einigen aus der Koalition bevorzugte Festhalten an Tempo 50, jedoch mit regel­mäßiger Kontrolle, bringe keine wesentlich Besserung des heutigen Zustands. Der Modell­versuch der vergangenen zwei Jahre habe gezeigt, dass nur Tempo 30 eine Lärm­minderung möglich mache, die auch die empfohlenen Grenzwerte erreiche. „Tempo 50 mit Kontrolle ist ein Placebo, der die Nerven der Tempo 30 - Kritiker beruhigen soll, aber den Anwohner nicht die Ruhe bringt, die mit Tempo 30 und Kontrolle möglich wäre“ ist Biemann überzeugt.

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