Hessen

Flugverkehr, Pressemitteilung
Frankfurt & Rhein-Main

VCD fordert Masterplan zum Flugverkehr

Frankfurt, 8.12.2017:

 

Während die Frankfurter OB-Kandidatin Bernadette Weyland keinen Bedarf für die Stabsstelle sieht, fordert der VCD die Entwicklung eines grundlegenden Konzepts für die Zukunft des Flugverkehrs in der Region. „Gerade weil der Landesregierung angeblich die Hände gebunden sind, ist es Aufgabe einer solchen Stabsstelle, künftige Strukturen des Flugverkehrs zu erarbeiten.“, meint Heiko Nickel der verkehrspolitische Sprecher des VCD Hessen, “Aufgrund seiner zentralen Lage ist der Frankfurter unter allen vergleichbaren Großflughäfen der lärmsensibelste in Europa. Waren schon die Prämissen zum Ausbau fragwürdig, liefert der derzeitige Flugverkehr keineswegs den im Planfeststellungsbeschluss prophezeiten volkswirtschaftlichen Nutzen, auch nicht die versprochenen Jobs.“

Dank einer neuen leisen und sparsamen Flugzeuggeneration erübrige sich die Drehkreuzfunktion, da die kleineren Jets Ballungsräume weltweit direkt verbinden können, ohne Umsteigen auf einem Drehkreuz. „Die Drehkreuzfunktion ist nur noch das Geschäftsmodell des Flughafenbetreibers Fraport, also längst nicht mehr eine notwendige Infrastruktur.“, sagt Werner Geiß, Vorstandsmitglied des VCD Hessen. Weniger Geschäftsreisende denn Fernflugtouristen aus dem gesamten Bundesgebiet verantworten den extremen Lärm der veralteten Großflugzeuge, die immer noch den Interkontinentalverkehr in Frankfurt dominieren. Werner Geiß: „die minimalen Lärmentgelte veranlassen die Airlines nicht, ihre Flotten umzustellen. Im Gegenteil, in Frankfurt lassen die Fluggesellschaften ihre alten Krachmacher abheben, während die neuen Modelle an anderen Flughäfen stationiert sind. Endlich beschafft sogar die Lufthansa leise A350-Jets, bedient damit aber München und verlegt dafür alte, extrem laute A340 nach Frankfurt.“
Gerade weil die Stadt Frankfurt Miteigentümer des Flughafenbetreibers ist, sieht der VCD vielfältige Aufgaben für die Stabsstelle. Kurzfristig sollte eine Staffelung der Lärmentgelte entwickelt werden, die wirklich eine Flottenumstellung auf zeitgemäße Flugzeugtypen bewirken könnte. Kernaufgabe aber sei ein mittelfristiger Masterplan für den Flughafen, der sich am Bedarf der Region orientieren solle und nicht am Flugtourismus der gesamten Republik. Dies auch in enger Absprache mit dem Regionalverband, dessen Energiekonzept und Klimaschutzziel die Emissionen und Klimaeffekte des Flughafens einschießen sollte. 

 

Bericht der Frankfurter Rundschau

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