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Der VCD-Kreisverband beteiligt sich an Gegengutachten zur Ortsumgehung B 49 Reiskirchen/Lindenstruth

Lollar/Reiskirchen(-). Für den Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Giessen, zeigen die aktuellen Straßenverkehrsdaten auf, dass die Notwendigkeit einer Ortsumgehung B 49 für Reiskirchen und Lindenstruth nach wie vor nicht gegeben ist. Aktuell liegen seit dem 20.04.2007 die Daten der Verkehrszählung 2005 vor. Diese sind im Internet unter www.hsvv.hessen.de einsehbar. Im Ortsteil Lindenstruth ist der Pkw-Verkehr von 10.063 im Jahre 2000 auf 9.223 in 2005 gesunken. Der Lkw-Verkehr verminderte sich im gleichen Zeitraum von 538 auf 378 und liegt somit annähernd auf dem Wert der Zählung aus dem Jahre 1985 mit 363 Lkw.

Auch bei den 24-Std.-Messungen an der Zählstelle >B 49 West< verminderte sich der Pkw-Verkehr von 17.543 im Jahre 2000 auf nunmehr 16.087. Der Lkw-Verkehr ging von 1.107 auf 925 zurück. Zu dieser Zählstelle muss erläutert werden, dass diese westlich der Autobahnauffahrt zur A 5 liegt und somit auch Fahrten aus dem Busecker Raum erfasst wurden. Nach der Fertigstellung der Bauarbeiten an der A 5 ist mit einer weiteren deutlichen Entlastung für Reiskirchen und Lindenstruth zu rechnen. Es sei zu vermuten, dass ein wesentlicher Teil des Verkehrs in Reiskirchen kein Durchgangsverkehr sondern selbst erzeugter Quell- und Zielverkehr sei. Der VCD hält den Bau einer Umgehungsstraße daher nicht mehr für gerechtfertigt.

Der VCD steht Neubauten von Straßen kritisch gegenüber, weil zusätzliche Straßen nicht nur den Verkehr verlagern, sondern zusätzlichen Verkehr produzieren. Dies wurde in zahlreichen Studien nachgewiesen. Näheres dazu ist unter www.vcd.org nachzulesen.

Bezüglich der von der Gemeinde favorisierten Südumgehung der Ortsumgehung der B 49, die kurz vor der Planfeststellung stehe, habe der VCD-Kreisvorstand ein ausführliches Gespräch mit dem Verein „Naturfreunde Josseleraue“ geführt. Die Initiative „Naturfreunde Josseleraue“ lehnt die Südumgehung ab und  favorisiert aus Naturschutzgründen eine Nordvariante. Alle Beteiligten waren sich darüber einig, wäre man vor ca. einem Jahrzehnt den Bemühungen des damaligen Regierungspräsidenten Hartmut Bäumer pro Nordumgehung gefolgt, wäre diese Ortsumgehung bereits Realität. Insbesondere durch die Problematik des selbsterzeugten Quellverkehres würde eine eine Nordvariante eher in Anspruch genommen werden. Weitere Infos gibt es im Internet unter www.Naturfreunde-Jossolleraue.de

Der VCD-Kreisvorstand, so Gerhard Born, habe sich zunächst bereit erklärt, sich mit 1.000,- € an einem Gegengutachten bezüglich des zu erwartenden Planfeststellungsbeschlusses zu beteiligen, um belastbare Aussagen zur Plangrundlage zu erhalten. Bereits im Jahre 2003 habe sich der VCD-Kreisvorstand an den Bundesrechnungshof und an das Bundesministerium für Verkehr gewandt. Offensichtlich habe man auch dort den Kopf in den „Asphalt“ gesteckt, denn ein Antwortschreiben habe man von keiner Seite erhalten. Aufgrund der zu erwartenden Kosten von 12 Mio €, der ökologischen Belastung und hohen Wirkungslosigkeit hinsichtlich der favorisierten Südumgehung wird sich der VCD-Kreisvorstand erneut an den Bundesrechnungshof wenden.

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