Hessen

Gießen

VCD: Geplantes Tempo 50 ist Affront gegen Kleinlindener Bevölkerung

Der Gießener Kreisverband des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) startete am Freitag seine Unterschriftenaktion gegen die geplante Aufhebung des Tempolimits im mittleren Teil der Wetzlarer Straße in Kleinlinden. Als erster unterschrieb der Kleinlindener Ortsvorsteher Norbert Herlein (SPD). Der Ortsvorsteher und der Verkehrsclub wenden sich damit gegen die letzten Monat im Ortsbeirat vorgestellten Planungen der Stadt Gießen zur Wetzlarer Straße. Neben der Abmarkierung von 30 Parkplätzen ganz oder teilweise auf dem Bürgersteig solle künftig in dem Abschnitt zwischen Lützellindener Straße und Burghotel Tempo 50 gelten. Bislang sei hier Tempo 30 vorgeschrieben. Angesichts der gefährlichen und unübersichtlichen Situation in diesem Bereich mit einer Fußgängerampel und einem Zebrastreifen sei dies unverantwortlich.

Die Unterschriftensammlung solle den Verantwortlichen bei Stadt und Land verdeutlichen, dass die Interessen der Bevölkerung durch das Vorhaben der Stadt missachtet würden und die Kleinlindener eine Beibehaltung des bisherigen Tempolimits wünschen. Die Unterschriftenlisten werden an alle Haushalte in dem betroffenen Gebiet verteilt und liegen zusätzlich demnächst in Kleinlindener Geschäften und Institutionen aus.

Patrik Jacob, VCD-Kreisvorstand, hofft, dass die vorliegende – auch vom Ortsbeirat abgelehnte – Planung von der Stadt nochmals grundlegend überarbeitet werde.

„Tempo 30 erhöht die Verkehrssicherheit erheblich. So enden bei Tempo 50 acht von zehn Unfällen mit Fußgängern tödlich. Bei Tempo 30 sterben zwei bis drei von zehn Angefahrenen. Hinzu kommt die steigende Lärm- und Umweltbelastung bei höheren Geschwindigkeiten, die besonders die Bewohner in der engen Wetzlarer Straße treffen, deren Fenster teilweise nur einen guten Meter vom Straßenrand entfernt seien“ führte Jacob aus. Die von der Stadt als Kompromiss zwischen den Interessen bezeichnete Planung falle leider eindeutig zugunsten des Durchgangsverkehrs aus.

zurück