Hessen

Was ist mit Alternativen?

Längere Busse?

25 Meter langer Doppelgelenkbus im Stau
Ohne eigene Busspur und Ampelvorrang bleiben Doppelgelenkbusse (hier in Hamburg) im Stau stecken und blockieren Kreuzungen

Sind längere Busse eine Lösung für die Kapazitätsprobleme beim Wiesbadener Busverkehr? Doppelgelenkbusse, die 7 Meter länger als ein normaler Gelenkbus sind, bieten etwas mehr Platz, können aber nicht problemlos normale Gelenkbusse ersetzen:

  • Aufgrund ihrer Länge brauchen sie mehr Platz an den Haltestellen (der an den derzeitigen Haltestellen nicht vorhanden ist) aber auch hinter Kreuzungen, um während eines Rückstaus nicht auf der Kreuzung zum Verkehr steckenzubleiben.
  • Daher ist ein Einsatz von Doppelgelenkbussen nur mit eigenen Busspuren möglich. Diese müssen vollständig versiegelt sein (kein Rasengleis etc.) und wegen der fehlenden Spurführung breiter als eine Straßenbahntrasse sein. 
  • Das höheres Gewicht belastet Straßen stärker und senkt bei E-Bussen die Reichweite von Batterien (größere Batterien= noch höheres Gewicht). Daher bieten die meisten Hersteller von Elektrobussen derzeit nur Solobusse mit 12 Meter Länge an. Um der Dauerbelastung standzuhalten werden Busspuren daher als Betontrassen ausgeführt, deren Bau fast genauso lange braucht wie der einer Straßenbahntrasse.
  • Die Möglichkeiten der Kapazitätserweiterung sind begrenzt, da Busse mit Sondergenehmigung nicht länger als 25 m sein dürfen. Im Gegensatz zur Straßenbahn, wo im Straßenraum Züge bis 75 Meter erlaubt sind.
  • Der Fahrkomfort ist schlechter als beim normalen Bus, da es durch 2 Gelenke zu mehr Erschütterungen kommt. Eine Straßenbahn fährt dagegen weitgehend erschütterungsfrei.
  • Nur wenige Hersteller bieten längere Busse an. Dadurch gibt es keinen Wettbewerb der zu die Preise reguliert. Da es sich nur um kleine Serien handelt, gibt es zudem Probleme mit der Lebensdauer und Ersatzteilverfügbarkeit (Bsp. Hamburg).

 

 

„XXL-Fahrzeuge machen Ärger Hamburgs Mega-Bus muss auf den Schrott“

Hamburger Morgenpost vom 10.10.2014
Quelle: www.mopo.de/91984

Doppelgelenkbusse brauchen eigene Busspuren
Da sie die Straße stark belasten und damit sie nicht im Autoverkehr feststecken, brauchen Doppelgelenkbusse eigene Spuren, die nur als Betonband ausgeführt werden können (Hamburg Hoheluftbrücke)
Die Straßenbahn bietet das größte Platzangebot
Beim Vergleich der unterschiedlichen Verkehrsmittel sind die Sitzplätze die entscheidene Größe, da die Stehplätze wegen unterschiedlicher Berechnungsgrundlage (Straßenbahn: 4 Personen pro Quadratmeter, Bus: 8 Personen pro Quadratmeter) nicht vergleichbar sind. Der Doppelgelenkbus hat etwas mehr Plätze als ein Gelenkbus. Die Platzanzahl der Straßenbahn kann dagegen nach Bedarf durch das Zusammenkoppeln zweier Züge oder durch Erweiterung eines Zuges durch zusätzliche Module bei steigender Nachfrage erhöht werden.

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