Hessen

Gerne bewerten wir aktuelle Mobilitätsthemen in Hessen aus einer alternativen, ökologischen und nutzerorientierten Perspektive. Daneben stehen wir für TV- und Radio-Statements zur Verfügung. Nicht in unser Kerngebiet fallen sozial- und wirtschaftspolitische Themen.

Für fundierte Hintergrundartikel oder Gastbeiträge vermitteln wir gerne auch den Kontakt zum VCD-Landesvorstand und den hessischen Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats des VCD. Ansprechpartner siehe rechte Spalte.
 

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Frankfurt & Rhein-Main, Lebenswerte Städte, Klimaschutz, Pressemitteilung
Frankfurt & Rhein-Main

KlimaGerechtUnterwegs im Wohnquartier

Frankfurt, 10.05.2021; Die Infrastruktur in den meisten Frankfurter Wohngebieten ist zu stark auf den Autoverkehr ausgerichtet. Angesichts eines stetigen Bevölkerungszuwachses und der anhaltenden Flächen- und Klimaproblematik sind zukünftig auch andere Mobilitätsangebote notwendig.

Im Quartier gilt es, attraktive Angebote für eine umweltgerechte Mobilität zu schaffen. Autos im Wohnquartier sind flächenintensiv. Mindestens 12 Quadratmeter nimmt ein gewöhnlicher KFZ-Stellplatz in Anspruch. Das entspricht in etwa der Größe eines Kinderzimmers.

Betrachtet man zudem die Fläche der Zuwegung wird klar, dass diese Form der Mobilität nicht mit einem geringen Versiegelungsgrad zu verwirklichen ist. Der Flächenverlust geht wiederum auf Kosten der Fuß- und Radwegeinfrastruktur sowie auf Kosten der Grünflächen und Spielplätze.

Autos im Wohnquartier sind teuer. Die Herstellung von KFZ-Stellplätzen macht einen zusätzlichen Flächenerwerb erforderlich. Im Tiefgeschossbau sind die Parkplätze mit so hohen Kosten verbunden, dass sie nur durch eine Querfinanzierung durch die Wohnungsmieten realisiert werden können. Eine Stellplatzmiete alleine ist zur Finanzierung einer Tiefgarage nicht ausreichend. Somit zahlen alle Menschen im Wohnquartier die KFZ-Infrastruktur mit; auch jene, die sich selbst kein eigenes Auto leisten können oder wollen.

Autos im Wohnquartier verursachen schlechtere Bedingungen für die klimafreundlichen Alternativen des Umweltverbunds. Fuß- und Radwege durch das Wohngebiet werden durch die flächenintensiven KFZ-Stellflächen strukturell verlängert. Zusätzliche Kreuzungspunkte mit dem MIV sind erforderlich. Der ÖPNV ist durch die geringere Wohndichte pro Hektar, bedingt durch die Stellflächen im Quartier, nicht in einem optimalen Rahmen zu betreiben.  

Wir fordern daher, im Wohnungsbau konsequent nach den Bedürfnissen des Umweltverbunds zu planen und auch in Bestandsquartieren die Strukturen für den ÖPNV, den Fuß- und den Radverkehr zu verbessern. Den Menschen muss der Zugang zu umweltgerechten Mobilitätsangeboten für ihre alltäglichen Wege künftig erleichtert werden. In reinen Wohngebieten sollten immer Lebensmittelgeschäfte sowie Einrichtungen der gesundheitlichen Versorgung und der Bildung vorgesehen werden, um allen Bewohnerinnen und Bewohnern kurze Alltagswege für zu ermöglichen.

Nächste Aktionen
Um den zukünftigen Koalitionären in Frankfurt deutlich zu machen, dass „Wegducken und Aussitzen“ nicht mehr gut genug ist, hatten wir uns gemeinsam mit vielen anderen Initiativen an der großen Fahrradsternfahrt von „KlimaGerechtUnterwegs.: Mobilitätswende JETZT! Anfang Mai 2021 beteiligt. Weiter Veranstaltungen werden folgen.

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