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VCD Gießen fordert mehr Tempo-30 in Hungen

Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) spricht sich für mehr Tempo 30-Zonen in den Hungener Stadtteilen aus. Hungen gehört im Kreis zu den Schlusslichtern beim Thema Verkehrsberuhigung. Der VCD fordert Tempo 30 vor allem in Inheiden, Obbornhofen, Rodheim und Utphe, wo in fast allen Nebenstraßen derzeit noch Tempo 50 gilt.

Gießen, 12.11.2020

Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) spricht sich für mehr Tempo 30-Zonen in den Hungener Stadtteilen aus. Bereits Anfang des Jahres hatte der VCD in einer kreisweiten Studie festgestellt, dass Hungen zu den Schlusslichtern beim Thema Verkehrsberuhigung gehört. Während zum Beispiel in Lich und Heuchelheim in über 90% aller Nebenstraßen Tempo 30 gilt, sind in Hungen nur 60% temporeduziert.
In einem Schreiben an den Magistrat der Stadt Hungen hat der Verkehrsclub nun konkrete Vorschläge gemacht, wo neue Tempo-30-Zonen entstehen sollten. Der VCD fordert dies vor allem in Inheiden, Obbornhofen, Rodheim und Utphe, wo in fast allen Nebenstraßen derzeit noch Tempo 50 gilt. Auch in Teilen von Bellersheim, Langd und Villingen sollten die noch bestehenden Tempo 50-Nebenstraßen in Tempo30-Zonen integriert werden. Karten mit den konkreten Vorschlägen hat der VCD auf seiner Homepage unter www.vcd.org/giessen veröffentlicht.
Seit vielen Jahren sieht die Straßenverkehrsordnung vor, dass abseits von Vorfahrtstraßen Tempo-30-Zonen der Regelfall sein sollen. Ziel der Vorgabe des Bundesverkehrsministeriums ist es, die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. Tempo 30 verhindert Unfälle, denn ein Auto, das mit 30 km/h unterwegs ist, steht nach knapp 13 Metern steht. Ein Autofahrer, der Tempo 50 fährt, hat nach 13 Metern noch nicht einmal auf das Bremspedal gedrückt. Der Aufprall erfolgt bei voller Geschwindigkeit, da sich der Anhalteweg aus Reaktionsweg und Bremsweg zusammensetzt.
Ebenso sollen durch Tempo 30 die Bewohner der Städte und Dörfer vor Lärm und Abgasen geschützt werden sowie Schleichverkehr unattraktiv gemacht wird.
Kaum eine Maßnahme zur Erhöhung der Verkehrssicherheit und zur Lärmreduktion sei so einfach und kostengünstig umzusetzen wie die Ausweisung von Tempo 30 in Nebenstraßen. Oftmals sind nur wenige neue Schilder nötig. Ein Umbau von Straßen ist nicht erforderlich. Im Gegensatz zu Hauptstraßen können Tempo-30-Zonen in Nebenstraßen ohne größere Hürden eingeführt werden. Es bedarf dafür nur eines Beschlusses der Kommune, der auch auf Antrag der Stadtverordneten oder eines Ortsbeirats herbeigeführt werden kann. Die Polizei ist zwar anzuhören, wird aber im Regelfall das Mehr an Sicherheit begrüßen, sofern keine Vorfahrtstraßen betroffen sind. Der VCD verweist in diesem Zusammenhang darauf, dass alle etablierten Parteien und sogar der ADAC sich für Tempo 30 in Wohnstraßen aussprechen.
Vorschläge für Tempo 30 hat der VCD aber auch für einige Hauptstraßen ausgearbeitet. So sollte in Bellersheim, in Trais-Horloff und in Langd jeweils in der Ortsmitte wegen zu schmaler Gehwege Tempo 30 beschildert werden. Dort müssen Fußgänger regelmäßig auf die Fahrbahn treten, so dass eine besondere Gefahrenlage besteht. In Obbornhofen ist Tempo 30 auf der Landesstraße L3354 vor der Schule notwendig und in Trais-Horloff sollte Tempo 30 nach Ansicht des VCD vor dem Kindergarten auf der Kreisstraße 186 gelten. Leider habe die Stadt Hungen die Neuerung der Straßenverkehrsordnung von 2017 noch nicht umgesetzt, nach der vor Schulen, Kindergärten und Seniorenheimen Tempo 30 auch auf Hauptstraßen der Regelfall sein soll. Der VCD hofft jetzt, dass die Stadt Hungen die Vorschläge prüft und möglichst bald neue Schilder aufstellt. Der VCD weist dabei auch darauf hin, dass die Stadt Hungen mit Ausnahme der Bundesstraßen für alle Straßen zuständige Straßenverkehrsbehörde ist. Sie muss bei Kreis- und Landesstraßen Polizei und Hessen Mobil nur anhören, kann danach aber – im Rahmen der Bundesvorgaben – eigenständig entscheiden, wo Tempo 30 gilt.

 

 

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