Hessen

Kolumne

Feiglinge!

Schiere Feigheit vor der „Wirtschaft“ und den wahlberechtigten Konsumenten ist das Aufgeben des Klimaschutzziels 2020 durch die Volksparteien. Im Prinzip ist es nur die Fortsetzung der neoliberalen Politik, die dem Wahlvolk jede noch so klimaschädliche Gewohnheit gestattet, geradezu nahelegt, so sie denn das „Wachstum“ sichert. Doch das Wahlvolk hat’s Union und SPD nicht gedankt, so dass das Attribut Volkspartei nicht mehr so recht passt.

Im Gegenteil, im benachbarten Europa findet mitunter solche Politik Zustimmung, die den Bürgern klimaschonende Lebensstile zumutet, so in der Schweiz, in Wien oder Kopenhagen, wo auch dank einer konsequenten Verkehrswende die CO2-Emission pro Kopf schon auf die Hälfte deutscher Werte gesenkt wurde. Die haben heute mindestens das schon geschafft, wovor sich Union und SPD nun bis 2020 drücken.

Tempolimit, City-Maut und „sauteures“ Anwohnerparken haben keinen Aufstand in der europäischen Nachbarschaft verursacht. Im Gegenteil, die heutigen Fahrradnationen Dänemark und Niederlande liegen im UN-Glücksreport weit vorne, deutlich vor der Autonation Deutschland. Auch Wohlstand, Beschäftigung und Lohnniveau übertreffen in den Verkehrswende-Regionen mitunter die blühende deutsche Wirtschaft, wo angeblich jeder siebte Job vom Auto „abhängt“.

Schade. Chance verpasst. Denn auch in Deutschland wählt man primär nicht die Partei, die nur das macht, was die Konsumenten angeblich wollen, sondern jene, die klug das entscheidet, was den Bürgern nützt.

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