Hessen

Kolumne: Ein Auto auf der Kniescheibe kann höllisch wehtun.

Dass die Sicherheit für Fußgänger und Fahrradfahrer im öffentlichen Raum in vielen Kommunen Hessens mangelhaft ist, musste unser Kolumnist Werner Geiß gestern leider am eigenen Leib erfahren.

 

Auf dem Weg von seiner Wohnung zur Straßenbahnhaltestelle durchfuhr er mit seinem Fahrrad einen Kreisel und wurde von einer Autofahrerin übersehen, die ihm in die Seite fuhr. Da das Airbag beim Radfahrer nur aus „Air“ besteht, kann Werner im Moment erst mal nicht mehr laufen oder Fahrradfahren.

Die Straßenbahnlinie, die Neu-Isenburg mit der Frankfurter City und dem Hauptbahnhof Frankfurt  verbinden soll, endet wenige Meter vor der Stadtgrenze im Wald, so dass die letzte bzw. erste Meile von vielen Neu-Isenburgern mit dem Fahrrad zurückgelegt wird.
Was unserem Kolumnisten widerfahren ist, dessen eigentliches Ziel natürlich ein Zug der deutschen Bahn war, spiegelt die Mängel der örtlichen Verkehrsplanung: anstatt die Straßenbahn bis ins Zentrum des Ortes zu verlängern, werden hunderte Pendler täglich gezwungen, die Distanz zur Haltestelle mit dem Rad zu überbrücken. Und das auf einer schlechten und gefährlichen Radinfrastruktur.

Seinen schwarzen Humor lässt sich Werner Geiß jedenfalls (noch) nicht nehmen: „Erst kürzlich habe ich an einer Pressemitteilung mitgearbeitet, die auf die Gefährdung der Fußgänger und Fahrradfahrer in unserer Stadt hinweist – das ist jetzt wohl die Rache dafür!“

Unterstellen wir der Autofahrerin mal, dass sie einfach nur nicht aufgepasst hat. Aber solange Radfahrer in Kreiseln so leicht übersehen werden, stimmt etwas mit der Gestaltung unserer Verkehrswege nicht.

Gute Besserung, Werner!

Christine Heckmann

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