Hessen

Kolumne, Verkehrslärm, Flugverkehr

Kolumne: Lärmtaler

Zwei Euro pro Nacht müssen Touristen berappen, die Frankfurts Attraktionen bewundern wollen, wiewohl sie der Frankfurter Wirtschaft doch stets steigende Umsätze bescheren. Sehr viel mehr andere Touristen aus der gesamten Republik kommen aber gratis. Sie verschmähen Frankfurts Attraktionen, Gastronomie und Einzelhandel, wollen nur vom "Luftfahrtdrehkreuz" weltweite Touristikziele erreichen. Deren Spende an die Frankfurter, an die Millionen Einwohner des Ballungsraumes sind infernalischer Fluglärm und jede Menge giftiger Schadstoffe.

 

Diese Touristen sollen gefälligst auch zwei Euro abdrücken! Mindestens! Und 50 Euro für eine Interkontinentalreise. Denn Langstreckenflugzeuge sind sehr viel lauter als andere Jets, verursachen zwei Drittel der vom Frankfurter Flugverkehr verursachten Klimaeffekte.

Wir brauchen den Lärmtaler! Sofort!

Denn alle politischen Bemühungen gegen den Fluglärm sind zum Scheitern verurteilt. Globale Verträge verhindern Steuern auf den internationalen Flugverkehr, das nationale Recht verhindert wirksame Lärmentgelte und eine Lärmobergrenze unter dem heutigen Niveau. Wenn die Tourismusabgabe am Hoteltresen legal ist, warum nicht auch der Lärmtaler am Check-In-Schalter? 

Liebe Gäste! Herzlich Willkommen im Rhein-Main-Gebiet. Wir bieten Euch tolle Attraktionen. Wenn Ihr umweltfreundlich mit der Bahn anreist, möge Euch die Tourismusabgabe erspart bleiben. Wenn Ihr aber nur einen Flughafen sucht, um angesagte Fernreiseziele zu erreichen, dann bitte woanders. Denn Deutschland hat das dichteste Netz an Verkehrsflughäfen in der EU, also auch einen bei Euch in der Nähe. Da muss man nicht ausgerechnet den Flughafen heimsuchen, der mehr Anwohnern mehr Lärm und mehr Schadstoffe zumutet als jeder andere in der Republik. Und wenn Ihr's doch tut, dann bitte zahlen!

Liebe Grüße
 Euer Werner Geiß

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