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Klimaschutz, Verkehrspolitik, Kolumne

Kolumne Verkehrsplanung: Gebaut wird, was früher mal alles besser war

Die Träume der 60er Jahre, demnächst werden manche endlich wahr: Der Flughafen BER, die Autobahn A49, das dritte Terminal am Frankfurter Flughafen. Ausgeträumt dagegen die Ausländer-Maut. Also freie Fahrt nicht nur für freie deutsche Bürger.

Mancher Traum wurde ja schon realisiert und mutierte dank Corona rasch zum Albtraum.

  • Kreuzfahrtterminals z.B. in Hamburg, Warnemünde, Kiel und sogar in Duisburg.
  • Umbau der Ems zum Seeweg für die riesigen Kreuzfahrtschiffe der Maier-Werft
  • Für den gigantischen, legendären Airbus A380 haben wir gut vier Milliarden Steuergeld geopfert. Nach nicht mal 10 Jahren ist er ausgemustert, teilweise schon verschrottet.
  • Das recht neue Terminal 2 am Frankfurter Flughafen ist zwar mangels Bedarf stillgelegt. Trotzdem baut man Terminal 3 weiter.
  • Die Nordwestbahn und die Startbahn West werden nach längerer Stilllegung gelegentlich wieder genutzt, um die Fehlinvestition zu kaschieren.

Verkehrsplanung vollzieht sich in Deutschland sehr rechtsstaatlich. Mit andern Worten: Von der Idee bis zur Realisierung dauert es ewig. Mag die Idee ja seinerzeit wissenschaftlich begründet gewesen sein, erweist sich das endlich fertiggestellte Projekt nach aktuellen Erkenntnissen oft als völlig unsinnig, weil volkswirtschaftlich schädlich. So haben Umwelt und Klima viele uralte Ideen noch nicht beeinflusst, widersprechen aber heute fundamental deren Umsetzung.

Verkehrsplanung wäre noch viel rechtsstaatlicher, wenn aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse eine Realisierung – egal welcher Baufortschritt – stoppt. Umgekehrt wäre eine Beschleunigung sinnvoll, wenn sie volkswirtschaftliche Schäden vermeidet.

Ihr Werner Geiß

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