Hessen

Verkehrspolitik, Lebensstil, Kolumne

Kolumne: Wahlergebnisse - auch eine ökologische Selbstverpflichtung?

Jubel in grünen Kreisen. Selbst im konsumorientierten Speckgürtel haben die Grünen so gut abgeschnitten wie vormals nur an klassischen Universitätsstandorten. Groß sind die Erwartungen an die hessische grüne Kommunal-, Kreispolitik und generell im schwäbisch-badischen Ländle. Erwartungen nur an eine grüne Politik? Die wird’s leider allein nicht richten können.

 

Wer ökologisch gesinnt wählt – das gilt neben Grün auch für die Linke und das neue klimaorientierte SPD-Programm –, verpflichtet sich selbst auch zu ökologischem Lebensstil, oder nicht?
Meldet man jetzt endlich den Zweitwagen ab? Bleiben Fernflug- und Schiffsreisen auch nach Corona entbehrlich? Sucht man sportliche Alternativen zum Abfahrtski auf künstlichen Schneepisten oder Restgletschern? Werden Literatur, Kunst, Theater, Konzert, Oper wieder zu klimaschonenden Leidenschaften des „Volkes der Dichter und Denker“?

Freilich muss eine grüne Politik im Sinne der Kostenwahrheit die Voraussetzungen für den gesellschaftlichen Wertewandel schaffen. Wer zumindest den Zweitwagen abschafft, mit der Bahn in den Urlaub reist, dem wird es ja egal sein, wenn Anliegerparken künftig 800 Euro jährlich kostet, Kerosin und Diesel voll versteuert werden. Die aufgeklärte Zivilgesellschaft, die urteilsfähigen, mündigen Bürger treffen sich in der Straßenbahn, begegnen sich auf dem Radweg und im Wald. Mit SUV und „Premium“-Auto kann man sich nach dieser Wahl nur noch blamieren.

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