Hessen

Frankfurt & Rhein-Main, Fuß & Fahrrad, Verkehrssicherheit, Verkehrspolitik, Pressemitteilung

Mahnwache zum Unfall in Frankfurt an der Mörfelder Landstraße

zum Gedenken der beiden getöteten Menschen an der Mörfelder Landstraße in Frankfurt.

Einladung zur Mahnwache
 zum Gedenken der beiden getöteten Menschen an der Mörfelder Landstraße.

Tag: Donnerstag, 18.2.2021
Zeit: 14:30, dem Zeitpunkt des Unglücks
Ort: Frankfurt, Mörfelder Landstraße, Ziegelhüttenplatz, dem Unfallort

Wie Sie dem Polizeibericht entnehmen können, tötete am vergangenen Samstag  ein 38-Jähriger zwei Menschen mit seinem Auto. Er überfuhr mit hoher Geschwindigkeit eine rote Ampel erfasste mit seinem Fahrzeug zwei Fußgänger im Alter von 31 und 40 Jahren. Danach überschlug sich das Fahrzeug. Der Fahrer versuchte zu Fuß zu fliehen, die beiden überfahrenen Menschen starben wenig später im Krankenhaus.
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/4970/4838782
https://www.fr.de/frankfurt/frankfurt-raser-ueberfaehrt-zwei-fussgaenger-90203856.html


Viele Frankfurter:innen und insbesondere Anwohner:innen sind von den Ereignissen geschockt und fassungslos. Die Mahnwache soll die Menschen in ihrer Trauer zusammenbringen und bei der Verarbeitung der Geschehnisse helfen.

Wir gedenken den beiden Unfallopfern mit einer Schweigeminute an der Unfallstelle.
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"Wir haben viele gefährliche Stellen in Sachsenhausen und Straßen, auf denen viel zu schnell gefahren wird. Deshalb gibt es in unserem Bezirk auch so oft Verkehrsunfälle mit Toten und Schwerverletzten. Im Ortsbeirat machen wir immer wieder Vorschläge, um das Viertel zu beruhigen und sicherer für Fussgänger und Radfahrer zu machen."
--> sagt Sophie Gneisenau-Kempfert (Stellvertretende Ortsvorsteherin in Sachsenhausen und
Initiatorin der Mahnwache)

"Wir kamen gerade von der Gedenkfahrt für den an der Ginheimer Hohl getöteten Radfahrer zurück, als dieses weitere unfassbare Unglück geschah. Wir müssen den Verkehr in unserer Stadt so organisieren, dass kein Mensch zu schaden kommt. Vision-Zero ist machbar!"
--> sagt Heiko Nickel vom Radentscheid Frankfurt

"Tempo 30 rettet Leben! Die Kollision mit einem Auto ist hier vergleichbar mit einem Sturz aus 3,60 Metern Höhe. Bei Tempo 50 ist es wie ein Sturz aus 10 Metern Höhe! Deshalb innerstädtisch Tempo 30 als Regelfall, dann wird es auf den Straßen Frankfurts sicherer für Fußgänger*innen  und Radfahrer*innen!"
---> sagt Bertram Giebeler, vom ADFC Frankfurt


"Die Motorleistung der Fahrzeuge steigt stetig an. Viel zu oft wird zu schnell und obendrein auch noch aggressiv gefahren. Autos dürfen nicht mehr so gestaltet werden, dass sie Anreize zu einem "sportlichen" Fahrstil schaffen."
--> sagt Manfred Bernard vom FUSS e.V.


"Übermäßig motorisierte Autos sollten kontrollierbar bleiben. Mit Hilfe der Elektronik und dem sogenannten Geofencing kann für Neufahrzeuge die Beschleunigung und die Geschwindigkeit in sensiblen Bereichen begrenzt werden. Das senkt die direkte Bedrohung von Menschen ohne Autos in der Stadt ganz erheblich."
--> Sagt Mathias Biemann von der VCD Regionalgruppe Rhein-Main
Dazu reichte der VCD Hessen am 17.2.2021 eine Petition beim Bundestag ein.
(mehr dazu in kürze auf VCD-Hessen.de)

Wortlaut der Petition

Begrenzung der Beschleunigung und der maximalen Geschwindigkeit von Kraftfahrzeugen (Kfz) in Städtenund Kommunen, sowie Beschränkung der Einfahrt in Fußgängerzonen und ähnliche schutzbedürftigeBereiche, durch den Einbau und die Aktivierung tauglicher Fahrzeugtechnik in allen neu zugelassenen Kfz,spätestens zum 01.07.2022, sowie mittelfristig in allen Bestandsfahrzeugen.Ausgenommen von dieser Regelung sind Fahrzeuge der Polizei, der Feuerwehr, den Rettungsdiensten undausgewählten Zwecken.

Begründung

Durch aggressive Fahrweise werden täglich Menschen gefährdet. Besonders schutzlos sind dem alleausgesetzt die sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad fortbewegen. In den vergangenen Monaten und Jahrenwurden in Städten und Kommunen wiederholt Kfz auch zur Nötigung oder Tötung missbraucht. Opfer warenfast immer Menschen zu Fuß oder auf dem Fahrrad.Die in allen Neufahrzeugen problemlos integrierbare Technik zur Begrenzung von Beschleunigung undGeschwindigkeit innerhalb geographisch klar eingrenzbarer Gebiete kann zum präventiven Schutz vonMenschenleben eingesetzt werden. Durch entsprechende Entwicklung könnte sie mittelfristig auch inBestandsfahrzeugen zum Einsatz kommen.Dadurch wäre es möglich, die Schwere gezielt herbeigeführter Unfälle zu mindern, und auch Unfälle zuvermeiden, die Fahrer immer wieder durch die Fehleinschätzung ihrer Fahrfähigkeiten verursachen.Der Vorschlag folgt dem Artikel 2 unseres Grundgesetzes und korrespondiert mit dem Ziel der „Vision Zero“.Er senkt die direkte Bedrohung aller Menschen die in unseren Städten und Kommunen zu Fuß oder mit demFahrrad unterwegs sind erheblich und vermeidet Lärm, Luftverschmutzung und CO2-Ausstoß durchunverhältnismäßiges Beschleunigen und Rasen, ohne die Rechte der Fahrer von Kfz einzuschränken.Auch illegale Autorennen und Hochgeschwindigkeits-Verfolgungsfahrten nach Straftaten undVerkehrsverstößen könnten in Städten und Kommunen nicht mehr stattfinden.





Kontakt für Rückfragen:
Mathias Biemann,
VCD Rhein-Main
mathias.biemann [at] vcd-hessen.de
Tel.: 0151 2684 6475


Heiko Nickel, VCD Hessen, Politischer Geschäftsführer
landespolitik@vcd-hessen.de
M.: 0151 2015 3300


Gemeinsame Presseeinladung:
Anwohner:innen Sachsenhausen, VCD Regionalgruppe Rhein-Main, Fuss eV., ADFC Frankfurt, Radentscheid Frankfurt

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