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Parken auch im Umland ein erhebliches Problem

Eine erschreckende Bilanz zog der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zur Parksituation in den Kreisgemeinden.

Verkehrsclub: Parken auch im Umland ein erhebliches Problem

Gießen, 7.6.2019

Eine erschreckende Bilanz zog der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) zur Parksituation in den Kreisgemeinden.
Nachdem der VCD bei der ersten bundesweiten Falschparker-Aktionswoche  im letzten Jahr der Situation in der Stadt Gießen widmete, verteilte der Kreisverband bei der Neuauflage nun „Gelbe Karten“ an Falschparker in Großen-Linden als exemplarischen Stadtteil einer Umlandgemeinde. In knapp einer Stunde wurden letzten Donnerstagabend ca. 200 Gelbe Karten hinter die Scheibenwischer der falsch parkenden Pkw gesteckt.
Während in Gießen vermutlich der Mangel an Parkplätzen Ursache für das häufige Falschparken sei, scheine in den Umlandgemeinden vielfach Gedankenlosigkeit und mangelndes Unrechtsbewusstsein der Grund zu sein. Hauptproblem in Linden sei das illegale Gehwegparken. An ganzen Straßenzügen werde ohne Erlaubnis der Gehweg als Parkfläche genutzt. Besonders negativ aufgefallen seien dabei z.B. die Straßen „Alte Heerstraße“, „Moltkestraße“, „Großen-Lindener-Straße“, „Hüttenberger Straße“, „Fronhofstraße“ und „Mahrweg“. Es dränge sich die Vermutung auf, die Pkw parkten auf dem Gehweg, um den Autoverkehr zu erleichtern. Dies gehe aber zu Lasten der zu Fuß Gehenden, und damit der schwächsten Verkehrsteilnehmer.

Illegales Gehwegparken sei kein Kavaliersdelikt, sondern behindere Fußgänger, insbesondere Rollstuhlfahrer, Nutzer von Rollatoren, Eltern mit Kinderwagen aber auch beispielsweise Rad fahrende Kinder unter 8 Jahren, so Patrik Jacob für den VCD. Teilweise blieben nur noch absolut indiskutable Restbreiten für die schwächsten Verkehrsteilnehmer übrig. Grundsätzlich sollen Gehwege nach den seit 2002 geltenden Bauvorschriften mindestens eine Breite von 2,20 m bis 2,50 m aufweisen, die auch bei offiziellem Gehwegparken nicht unterschritten werden dürfen.

In Straßen, in denen Parkplätze abmarkiert wurden, seien vergleichsweise wenig Falschparker registriert worden. Dies zeige, dass die Verkehrsbehörden aktiv werden und den Autofahrern durch Markierungen deutlich machen sollten, wo Parken möglich und nicht behindernd ist. Stellen, an denen Gehwegparken erlaubt wurde, sollten auf Rechtskonformität überprüft werden, insbesondere hinsichtlich der verbleibenden Restbreiten der Gehwege. Hier habe sich die Stadt Linden oft nicht an die Richtlinien gehalten. So sei nach den Verwaltungsvorschriften der Straßenverkehrsordnung „das Parken auf Gehwegen nur zuzulassen, „wenn genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern gegebenenfalls mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch im Begegnungsverkehr bleibt, die Gehwege und die darunter liegenden Leitungen durch die parkenden Fahrzeuge nicht beschädigt werden können und der Zugang zu Leitungen nicht beeinträchtigt werden kann.“

Der VCD fordert die Stadt Linden, aber auch die Verwaltungen aller Kreiskommunen auf, illegales Gehwegparken strikt zu ahnden. In den Gießener Stadtteilen und in einigen Wohngebieten sei dies in der Vergangenheit bereits mit großem Erfolg umgesetzt worden und der Anteil der Gehwegparker drastisch gesunken.
Positive Nebeneffekte seien, dass der Sanierungsaufwand der Gehwege sinke und sich durch das versetzte Parken die Geschwindigkeiten in den Wohnstraßen verringerten.

Die Aktion des Kreisverbandes unter dem Motto „Parke nicht auf unseren Wegen!“ ist Teil der bundesweiten Falschparker-Aktionswoche vom 3. bis 7. Juni, zu der der VCD, der Fuss e.V. und die Initiative Clevere Städte aufgerufen haben. Ziel der Aktionswoche ist es, auf die Beeinträchtigungen und Gefahren durch falsch geparkte Pkw und Lkw für Fußgänger und Radfahrer aufmerksam zu machen und höhere Bußgelder für gefährliches Falschparken zu erreichen (www.vcd.org/falschparker-aktionswoche/).

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