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VCD und PRO BAHN: Neue Bahnhöfe in Pohlheim haben sehr hohen Nutzen

Der VCD Gießen und PRO BAHN Mittelhessen sprechen sich für die beiden neuen Bahnhaltepunkte in Hausen und Garbenteich aus. Durch den seit langem geforderten neuen Bahnhof in Hausen bei gleichzeitiger Verschiebung des Bahnhofs Garbenteich nach Süden können täglich rund 130 neue Fahrgäste gewonnen werden.

Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) und der Regionalverband Mittelhessen des Fahrgastverbandes PRO BAHN sprechen sich für die beiden neuen Bahnhaltepunkte in Hausen und Garbenteich aus. Durch den seit langem geforderten neuen Bahnhof in Hausen bei gleichzeitiger Verschiebung des Bahnhofs Garbenteich nach Süden können täglich rund 130 neue Fahrgäste gewonnen werden.

Dies ergab eine Untersuchung des renommierten Planungsbüros PTV, die kürzlich den Pohlheimer Stadtverordneten vorgestellt wurde. Durch den Umstieg auf die Bahn sparen die neuen Bahnkunden jährlich 271.000 Euro durch kürzere Reisezeiten und geringere Fahrkosten. Durch vermiedene Autounfälle und geringere Lärm- und Schadstoffbelastung entsteht so ein gesellschaftlicher Nutzen von 366.000 Euro pro Jahr, so dass sich die Investitionen innerhalb weniger Jahre bezahlt machen werden. Da sich durch die beiden neuen Bahnhaltepunkte auch die Fahrzeit auf der Strecke von Gießen nach Lich nur um eine Minute verlängern wird, haben die bisherigen Durchreisenden keinen nennenswerten Nachteil. Auch die Betriebskosten steigen laut Gutachten kaum an. Insgesamt hat die Untersuchung ergeben, dass der Nutzen 5,7 mal so hoch ist wie die Kosten der beiden Bahnhaltepunkte. „Der Nutzen-Kosten-Faktor von fast 6 ist für ein Neubauprojekt grandios“, bewertet VCD-Vorstand Patrik Jacob die hohe Rentabilität der Investition in die beiden neuen Bahnhaltepunkte. VCD und PRO BAHN verweisen auf andere Schienenprojekte, wie zum Beispiel den viergleisigen Ausbau der Main-Weser-Bahn, bei dem der Nutzen-Kosten-Faktor 1,67 beträgt und wo dennoch in großem politischen Konsens der Ausbau beschlossen wurde. Angesichts der hohen Rentabilität der neuen Bahnhaltepunkte erwarten die Fahrgastverbände, dass die Stadt Pohlheim und der Landkreis Gießen umgehend die Grundlagen für den Bau der beiden neuen Bahnhöfe beschließen. Damit könne zusammen mit dem von der Stadt Gießen geplanten Halt am Aulweg ein weiterer Beitrag dazu geleistet werden, dass die Fahrgastzahlen auf der Bahnstrecke zwischen Hungen und Gießen ansteigen.

Die geplante Reaktivierung der Horlofftalbahn mit dem Umsteigebahnhof Hungen sowie die Einbindung von Zugpaaren in den Fahrplan der Lahn-Kinzig-Bahn seien ein weiteres Indiz dafür, dass Wirtschaftlichkeit und Fahrgastzahlen auf der Bahnstrecke noch weiter steigen, so PRO BAHN-Regionalsprecher Thomas Kraft. Die neuen Bahnhöfe in Pohlheim seien auch ein erster Einstieg in die von der Stadt Gießen ins Spiel gebrachte Mittelhessen-S-Bahn, die in einem besseren Takt fahren soll.

Entscheidend für eine schnelle Umsetzung sei, dass sich der Landkreis und die Stadt Gießen in den Gremien des RMV sowohl für die beiden Bahnhaltepunkte, als auch den weiteren Ausbau der Bahnlinien stark machen, denn am Ende profitiere das ganze Gießener Land davon, wenn die Züge auf den Bahnlinien häufiger fahren und in allen Stadtteilen auf der Strecke halten. PRO BAHN und VCD verweisen auch darauf, dass derzeit die Streckenhöchstgeschwindigkeit auf der Lahn-Kinzig-Bahn nur 80km/h beträgt, während die Züge auf der Vogelsbergbahn 120km/h fahren können. Durch sprintstärkere Züge und Erhöhung der Streckengeschwindigkeit ließen sich die Reisezeiten auf der Strecke trotz weiterer neuer Bahnhaltepunkte reduzieren. Entscheidende Voraussetzung sei dafür aber eine möglichst große Zustimmung im Pohlheimer Parlament für die weitere Planung.

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