Hessen

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Verkehrswende geht anders - Ausbau der A49 durch den Dannenröder Wald stoppen!

Ein breites Bündnis aus Umweltverbänden und Bürgerinitiativen ruft für das kommende Wochenende zum Protest gegen den Weiterbau der Autobahn A49 in Nordhessen auf. Die lange geplante, aber unnötige und umweltschädigende Strecke ist ein Beleg für die verfehlte Verkehrspolitik in Deutschland, kritisieren VCD Bundesverband und Landesverband Hessen. Alle Ausbaupläne für Bundesfernstraßen müssen am Klimaschutz ausgerichtet werden und gehören auf den Prüfstand. Um Fehlplanungen im Verkehr zu verhindern, fordert der VCD ein Bundesmobilitätsgesetz.  

Berlin/Frankfurt am Main, 2.10.2020. Der umstrittene Ausbau der A 49 wurde bereits in den 1930er Jahren geplant. Die Trasse soll die Städte Gießen und Kassel parallel zur bestehenden Autobahn A5/A7 verbinden und führt mitten durch den Dannenröder Wald. Dieser ist Teil eines geschützten Flora-Fauna-Habitats und versorgt die Region Mittelhessen mit Trinkwasser bis ins 90 km entfernte Frankfurt. Der VCD Landesverband Hessen und der Bundesverband kritisieren die Pläne scharf.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende: „Die Naturzerstörung und die Gefahr für das Trinkwasser stehen in keinem Verhältnis zum verkehrlichen Nutzen dieser Autobahn. Das sture Festhalten an Planungen aus dem letzten Jahrhundert ist auch angesichts der Herausforderungen des Klimaschutzes absurd. Wer neue Straßen baut, wird mehr Autoverkehr ernten. Und die Region ist bereits gut mit Autobahnen und Bundesstraßen erschlossen. Wir fordern den Bundesverkehrsminister auf, den Weiterbau der A49 zu stoppen.“

Aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD muss stattdessen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region vorangetrieben und der Dannenröder Wald als Natur- und Naherholungsgebiet gesichert werden. Sämtliche Planungen für den Fernstraßenbau bei der anstehenden Neuauflage der Bedarfspläne zum Bundesverkehrswegeplan 2030 gehören auf den Prüfstand.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „An der A49 zeigt sich mal wieder, wie autozentriert Verkehrspolitik nach wie vor ist. So wird das nichts mit der Verkehrswende! Verkehrspolitische Entscheidungen müssen den Menschen und seine Gesundheit sowie Klima und Umwelt im Blick haben. Dafür braucht es einen übergeordneten Rechtsrahmen auf Bundesebene. Deshalb macht sich der VCD für ein Bundesmobilitätsgesetz stark, welches den Klima- und Umweltschutz, die Verkehrssicherheit, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die gleichberechtigte Teilhabe aller am Verkehr als übergeordnete Ziele der gesamten Verkehrspolitik festlegt.“

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Mehr zum Bundesmobilitätsgesetz finden Sie auf: www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz

 


Pressekontakt:
Heiko Nickel • politischer Geschäftsführer VCD Hessen • 0151 / 2015 3300 • landespolitik@vcd-hessen.de
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171 / 60 52 409 • presse@vcd.org
www.vcd.org Twitter: @VCDeV 

 

Video von vor Ort:
https://twitter.com/HeikoNickel/status/1310241378119626753?s=20

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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