Hessen

Landesverband Hessen, Frankfurt & Rhein-Main

Wichtige Schritte für mehr Aufenthaltsqualität: VCD begrüßt die Planungen für Grüneburg- und Kettenhofweg im Frankfurter Westend

Mit elf „Fahrradfreundlichen Nebenstraßen“ will Frankfurt die Vorschläge des Radentscheids umsetzen und auch die oft regelwidrigen Zustände auf den Gehwegen ändern. Nicht nur Radfahrerinnen und Radfahrer sollen damit in Zukunft sicherer und schneller in Frankfurts Stadtteilen vorankommen. Profitieren werden auch alle, die mit dem Rollstuhl, dem Rollator, dem Kinderwagen oder einfach zu Fuß unterwegs sind. Dass Pkw-Parkplätze im öffentlichen Raum reduziert werden, ist dabei ein Gewinn, kein Verlust!

 

 

 

„Machen wir Einkaufs- und Wohnstraßen wieder flanierfähig“, fordert Anja Zeller, verkehrspolitische Sprecherin des VCD Hessen. „Denn nicht allein der Verkehr auf vier Rädern ist Umsatzbringer für den Einzelhandel. Besonders wichtig sind alle, die zu Fuß unterwegs sind.“ Studien (vgl. Erfurt und Potsdam s.u.) belegen, dass eine Infrastruktur, die zum Bummeln oder zur Anfahrt mit dem Rad einlädt, auch den Einzelhandel belebt und maßgeblich zum Umsatz beiträgt. „Wir schlagen vor, dass die infrastrukturellen Veränderungen auch in Frankfurt wissenschaftlich durch eine der ansässigen Hochschulen begleitet werden.“

Mit großer Aufmerksamkeit verfolgt auch die Aktiven-Gruppe des VCD Rhein-Main die Planungen und Diskussionen rund um Kettenhof- und Grüneburgweg, welche am 1. Dezember 2021 im Ortsbeirat 2 zur Abstimmung stehen.
„Wir begrüßen ausdrücklich“, so Mathias Biemann, Sprecher der Gruppe, „dass in beiden Straßen die fuß- und radfreundliche Umwandlung mehr Flächengerechtigkeit, bessere Sichtbarkeit und damit mehr Sicherheit für die Menschen bringen wird.“

Momentan ist sowohl im Kettenhofweg als auch im Grüneburgweg der Pkw das raumbeherrschende Verkehrsmittel. Parkende Autos reihen sich entlang der Fahrbahn im Kettenhofweg und verengen den Gehweg stellenweise so stark, dass, wer zu Fuß geht, stoppen und Begegnenden ausweichen muss. Dies ist das Ergebnis einer überlebten Idee, die einst den Autoverkehr förderte. Für das – im Grundsatz verbotene – Parken auf Gehwegen wurde damals eine Ausnahmeregel geschaffen. Die Straßenverkehrsordnung gestattet Abweichungen, wenn „genügend Platz für den unbehinderten Verkehr von Fußgängern gegebenenfalls mit Kinderwagen oder Rollstuhlfahrern auch im Begegnungsverkehr bleibt“. Wo aber weniger als 2,20 Meter für das Gehen vorhanden sind, ist das Gehwegparken ein Verstoß gegen diese Ausnahmeregel. „Gut, dass dieser Missstand in den „Fahrradfreundlichen Nebenstraßen“ nun wenigstens teilweise berichtigt werden soll“, freut sich Biemann.
 
Der Grüneburgweg wird zusätzlich von lautem Durchgangs- und Poserverkehr beherrscht, der das Potential der Straße massiv einschränkt.
„Wir erwarten durch verkehrsberuhigende Maßnahmen und gesteigerten Mischverkehr eine angenehmere Geräuschkulisse, aber nicht weniger Gäste. Der Einzelhandel, die
Cafés und Restaurants werden umso attraktiver, je lieber sich Anwohner:innen und Gäste im Freien aufhalten,“ sind sich Biemann und Zeller einig. Die geplanten Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung werde im wahrsten Sinne des Wortes für alle mehr Ruhe bringen.

„Wer Fuß- und Radverkehr fördert, wird belebte Einkaufsstraßen ernten“, fasst Zeller zusammen. „Dafür muss jetzt die Gelegenheit beim Schopf gegriffen werden.“ Der VCD begrüßt, dass bei den aktuellen Planungen kein Verkehrsmittel ausgeschlossen, aber endlich allen der nötige Raum zugewiesen werden wird. Von den Veränderungen werden am Ende alle profitieren.

Links:
    • Studie der Fachhochschule Erfurt: „Mit dem Rad zum Einkauf in die Innenstadt - Konflikte und Potenziale bei der Öffnung von Fußgängerzonen für den Radverkehr“ (vgl. https://nationaler-radverkehrsplan.de/de/praxis/mit-dem-rad-zum-einkauf-die-innenstadt-konflikte)
    • Studie des Instituts für transformative Nachhaltigkeitsforschung Potsdam: www.iass-potsdam.de/de/news/mobilitaet-beim-einkaufen-haendler-ueberschaetzen-rolle-des-autos

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