VCD Hessen Nachrichten http://hessen.vcd.org de_DE VCD Hessen Sat, 24 Oct 2020 18:30:04 +0200 Sat, 24 Oct 2020 18:30:04 +0200 TYPO3 EXT:news news-7594 Thu, 15 Oct 2020 12:11:00 +0200 Resolution: Gegen Stilllegung und Entwidmung von Eisenbahnstrecken https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/resolution-gegen-stilllegung-und-entwidmung-von-eisenbahnstrecken/
Der VCD KV Darmstadt-Dieburg fordert die Landesregierung, den Kreisausschuss, die Dadina, die Stadt Darmstadt und alle Kommunen im Kreis Darmstadt-Dieburg auf, jegliche Stilllegung und/oder Entwidmung von Bahnstrecken zu stoppen und aktiv die Reaktivierung von Bahnstrecken für den Personenverkehr und Güterverkehr voranzutreiben. Die Reaktivierungs-Agenda des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen ist umzusetzen. Im Raum Darmstadt-Dieburg gilt das für diese Strecken (Streckennummern gemäß VDV):

  • 3555 Darmstadt Ost – Groß-Zimmern
  • 3661 Dieburg – Groß-Zimmern – Reinheim
  • 9350 Reinheim – Groß-Bieberau

Der VCD fordert zudem die Bundesregierung auf, die standardisierte Bewertung so umzugestalten, dass Streckenreaktivierungen vereinfacht werden.

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news-7593 Thu, 15 Oct 2020 11:36:37 +0200 Um Unfällen vorzubeugen: VCD schlägt Kreisverkehr zum Ersatz defekter Ampel vor https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/um-unfaellen-vorzubeugen-vcd-schlaegt-kreisverkehr-zum-ersatz-defekter-ampel-vor/
„Für den Fußverkehr entstehen lange Wartezeiten und es ist insbesondere für mobilitätseingeschränkte Personen gefährlich, die Fahrbahn zu queren“, stellt David Grünewald vom VCD fest. Auch für den Fahrverkehr bestehen deutlich erhöhte Unfallgefahren: „Kraftfahrzeuge und Radverkehr kommen regelmäßig in Konflikt, insbesondere beim Abbiegen“, führt Grünewald weiter aus. Nach Auskunft des Darmstädter Mobilitätsamtes wird die Instandsetzung der Ampelanlage noch längere Zeit in Anspruch nehmen. Auch eine Baustellenampel ist nicht kurzfristig lieferbar. „In der Zwischenzeit muss schnell eine für alle Verkehrsteilnehmende sichere Lösung gefunden werden, um schlimmere Unfälle zu vermeiden“, erklärt Grünewald.

Der VCD-Kreisverband Darmstadt-Dieburg schlägt deshalb vor, kurzfristig einen Minikreisverkehr mit gelber Markierungsfolie und temporärer Beschilderung anzuordnen. Der diagonale Durchmesser der Kreuzung beträgt an der engsten Stelle rund 20 m. Für einen Minikreisverkehr werden gemäß den Richtlinien für die Anlage von Stadtstraßen (RASt) zwischen 13 und 22 m veranschlagt. Die räumlichen Erfordernisse sind also mehr als ausreichend. Minikreisverkehre entschleunigen den Kraftverkehr im Kreuzungsbereich, da sie nur langsam durchfahren werden können. Dadurch wird der Verkehr in diesem Bereich gleichmäßiger und die Kreuzung für alle berechenbarer. Fußverkehr erhält durch Zebrastreifen an den Zu- und Ausfahrten des Kreisverkehrs Vorrang vor Kraftfahrzeugen und kann so sicher die Fahrbahn überqueren. Radverkehr wird im Minikreisverkehr auf der Fahrbahn geführt und kann nach Verlassen des Kreisverkehrs auf Radwege auffahren, wo sie vorhanden sind.

Bei einem Minikreisverkehr wird die Mittelinsel überfahrbar ausgestaltet. So ist sichergestellt, dass auch große Fahrzeuge den Knotenpunkt passieren können wie beispielsweise bei Bussen der Linie H, die von der Dieburger Straße in die Pützerstraße links abbiegen.

Die Materialien für einen provisorisch eingerichteten Minikreisverkehr stehen kurzfristig zu Verfügung und entschärfen die Gefahrenstelle.

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news-7450 Wed, 07 Oct 2020 13:43:29 +0200 Kolumne Verkehrsplanung: Gebaut wird, was früher mal alles besser war https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/kolumne-verkehrsplanung-gebaut-wird-was-frueher-mal-alles-besser-war/ Mancher Traum wurde ja schon realisiert und mutierte dank Corona rasch zum Albtraum.

  • Kreuzfahrtterminals z.B. in Hamburg, Warnemünde, Kiel und sogar in Duisburg.
  • Umbau der Ems zum Seeweg für die riesigen Kreuzfahrtschiffe der Maier-Werft
  • Für den gigantischen, legendären Airbus A380 haben wir gut vier Milliarden Steuergeld geopfert. Nach nicht mal 10 Jahren ist er ausgemustert, teilweise schon verschrottet.
  • Das recht neue Terminal 2 am Frankfurter Flughafen ist zwar mangels Bedarf stillgelegt. Trotzdem baut man Terminal 3 weiter.
  • Die Nordwestbahn und die Startbahn West werden nach längerer Stilllegung gelegentlich wieder genutzt, um die Fehlinvestition zu kaschieren.

Verkehrsplanung vollzieht sich in Deutschland sehr rechtsstaatlich. Mit andern Worten: Von der Idee bis zur Realisierung dauert es ewig. Mag die Idee ja seinerzeit wissenschaftlich begründet gewesen sein, erweist sich das endlich fertiggestellte Projekt nach aktuellen Erkenntnissen oft als völlig unsinnig, weil volkswirtschaftlich schädlich. So haben Umwelt und Klima viele uralte Ideen noch nicht beeinflusst, widersprechen aber heute fundamental deren Umsetzung.

Verkehrsplanung wäre noch viel rechtsstaatlicher, wenn aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse eine Realisierung – egal welcher Baufortschritt – stoppt. Umgekehrt wäre eine Beschleunigung sinnvoll, wenn sie volkswirtschaftliche Schäden vermeidet.

Ihr Werner Geiß

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news-7433 Fri, 02 Oct 2020 11:52:20 +0200 Verkehrswende geht anders - Ausbau der A49 durch den Dannenröder Wald stoppen! https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/verkehrswende-geht-anders-ausbau-der-a49-durch-den-dannenroeder-wald-stoppen/ Berlin/Frankfurt am Main, 2.10.2020. Der umstrittene Ausbau der A 49 wurde bereits in den 1930er Jahren geplant. Die Trasse soll die Städte Gießen und Kassel parallel zur bestehenden Autobahn A5/A7 verbinden und führt mitten durch den Dannenröder Wald. Dieser ist Teil eines geschützten Flora-Fauna-Habitats und versorgt die Region Mittelhessen mit Trinkwasser bis ins 90 km entfernte Frankfurt. Der VCD Landesverband Hessen und der Bundesverband kritisieren die Pläne scharf.

Kerstin Haarmann, Bundesvorsitzende: „Die Naturzerstörung und die Gefahr für das Trinkwasser stehen in keinem Verhältnis zum verkehrlichen Nutzen dieser Autobahn. Das sture Festhalten an Planungen aus dem letzten Jahrhundert ist auch angesichts der Herausforderungen des Klimaschutzes absurd. Wer neue Straßen baut, wird mehr Autoverkehr ernten. Und die Region ist bereits gut mit Autobahnen und Bundesstraßen erschlossen. Wir fordern den Bundesverkehrsminister auf, den Weiterbau der A49 zu stoppen.“

Aus Sicht des ökologischen Verkehrsclub VCD muss stattdessen der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Region vorangetrieben und der Dannenröder Wald als Natur- und Naherholungsgebiet gesichert werden. Sämtliche Planungen für den Fernstraßenbau bei der anstehenden Neuauflage der Bedarfspläne zum Bundesverkehrswegeplan 2030 gehören auf den Prüfstand.

Michael Müller-Görnert, verkehrspolitischer Sprecher VCD: „An der A49 zeigt sich mal wieder, wie autozentriert Verkehrspolitik nach wie vor ist. So wird das nichts mit der Verkehrswende! Verkehrspolitische Entscheidungen müssen den Menschen und seine Gesundheit sowie Klima und Umwelt im Blick haben. Dafür braucht es einen übergeordneten Rechtsrahmen auf Bundesebene. Deshalb macht sich der VCD für ein Bundesmobilitätsgesetz stark, welches den Klima- und Umweltschutz, die Verkehrssicherheit, die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger und die gleichberechtigte Teilhabe aller am Verkehr als übergeordnete Ziele der gesamten Verkehrspolitik festlegt.“

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Mehr zum Bundesmobilitätsgesetz finden Sie auf: www.vcd.org/bundesmobilitaetsgesetz

 


Pressekontakt:
Heiko Nickel • politischer Geschäftsführer VCD Hessen • 0151 / 2015 3300 • landespolitik@vcd-hessen.de
Franziska Fischer, Pressesprecherin VCD • 0171 / 60 52 409 • presse@vcd.org
www.vcd.org Twitter: @VCDeV 

 

Video von vor Ort:
https://twitter.com/HeikoNickel/status/1310241378119626753?s=20

 

Der ökologische Verkehrsclub VCD ist ein gemeinnütziger Umweltverband, der sich für eine umweltverträgliche, sichere und gesunde Mobilität einsetzt. Im Mittelpunkt steht dabei der Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen für ein mobiles Leben. Seit 1986 kämpft der VCD für ein gerechtes und zukunftsfähiges Miteinander aller Menschen auf der Straße – egal, ob sie zu Fuß, auf dem Rad, mit Bus und Bahn oder dem Auto unterwegs sind. Dafür arbeitet er vor Ort mit zwölf Landesverbänden und rund 140 Kreisverbänden und Ortsgruppen, bundesweit und europaweit vernetzt. Rund 55.000 Mitglieder, Spender und Aktivistinnen unterstützen die Arbeit des VCD für eine zukunftsfähige Mobilität.

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news-7376 Fri, 25 Sep 2020 12:55:37 +0200 Aber die Arbeitsplätze ... https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/aber-die-arbeitsplaetze/ Volkswirtschaftlich sinnvoll ist eine komplette Internalisierung externer Kosten, das ist Konsens unter Wirtschaftswissenschaftler*innen. Denn die versteckten Subventionen aus dem Verzicht der Belastung der Schadensverursacher führen zu den nun vorgefundenen, unerwünschten Ergebnissen. Die so subventionierten Wirtschaftszweige haben sich politisch gewollt über Jahrzehnte zu Lasten einer gesamtwirtschaftlich wünschenswerten Situation überdurchschnittlich gut entwickelt. Das drückt sich dann naturgemäß auch in der Zahl der Arbeitsplätze in den subventionierten Unternehmen aus.

Korrigiert man diese Fehlentwicklung nun durch eine Internalisierung dieser externen Kosten, dann führt dies natürlich zu anderen Kostenstrukturen in den bislang subventionierten Unternehmen, zu einer verminderten Wettbewerbsfähigkeit, zu geringeren Gewinnen und natürlich auch zu einem Abbau von Arbeitsplätzen.

Nun sollte es ja eigentlich Aufgabe der Wirtschaftspolitik sein, wirtschaftliche Fehlentwicklungen zu korrigieren. Aber wir subventionieren weiter die Automobilindustrie.

Und genau jetzt kommt dann das Argument “Aber die Arbeitsplätze ...” - vor allem, wenn andere Argumente nicht mehr greifen.

Deutschland ein Autoland? Nicht was die Arbeitsplätze angeht. Weniger als 2,5% der deutschen Arbeitnehmerschaft sind der Automobilindustrie zuzurechnen, mehr als 3-mal so viele Menschen beschäftigt allein der deutsche Tourismus.

Die Marktwirtschaft als Organisationsform zur optimalen Versorgung der Bevölkerung mit Waren und Dienstleistung ist auf Effizienz und Anpassungsfähigkeit ausgelegt. Die deutsche Volkswirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt haben über die Jahre massive Strukturveränderungen erfahren, z.B. durch die Globalisierung und die damit einhergehende Verlagerung von Industrieproduktion ins Ausland. Auch der technische Fortschritt führt immer schneller zu Strukturveränderungen. So wird z.B. auch die E-Mobilität natürlich zu Strukturveränderungen führen und im Ergebnis vermutlich in etlichen Unternehmen Arbeitsplätze kosten. Das Auto hat vor 100 Jahren aber auch Arbeitsplätze in der Pferdezucht und Droschkenproduktion gekostet, hat dies das Auto aufgehalten?

Generell kommen Marktwirtschaften wie die deutsche gut mit Veränderungen zurecht, ein Hauptproblem ist nach wie vor der Fachkräftemangel. Wenn nun aber die Kurse der Aktien einzelner, aber bedeutender Unternehmen der deutschen Mobilitätswirtschaft schon seit Jahren fallen, ist das nicht ein Indiz dafür, dass das Management dieser Unternehmen Strukturveränderungen und Marktverschiebungen nicht rechtzeitig erkannt und adäquat darauf reagiert hat? Reduziert eine weitere Subventionierung dann nicht den Anpassungsdruck und und verlängert den unausweichlichen Anpassungsprozess?

Vollbeschäftigung ist eines der Hauptziele der Wirtschaftspolitik. Aber es gehört zum Wesen der Marktwirtschaft, dass nicht wettbewerbsfähige Unternehmen aus dem Markt ausscheiden oder ihre Bedeutung reduziert wird, hier sei an IBM oder Nokia erinnert, die auch als ehemalige Marktführer Entwicklungen schlicht verschlafen haben. Und wenn bedeutende Unternehmen (geleitet durch deren Management) zusätzlich durch Betrug und intensive Bemühungen zur Steuervermeidung auffallen, dann ist das fortgesetzte Betteln nach weiterer Subventionierung mit dem vorgeschobenen Argument “Aber die Arbeitsplätze ...” einfach nur peinlich.

Wollte die Wirtschaftspolitik wirklich die Beschäftigung fördern, dann hätte sie z.B. verhindert, dass im Bereich der erneuerbaren Energien inzwischen ca. 100.000 Arbeitsplätze weggefallen sind, u.a. weil die aktuelle Anwendung des EEG erneuerbare Energien eher verhindert als fördert und so z.B. der Zubau bei der Windenergie zwischenzeitlich fast zum Erliegen gekommen ist. Die “Erneuerbaren” sind aber nun mal eine wichtige Voraussetzung für die E-Mobilität egal in welcher Form. Stattdessen wird ein als “Kohleausstiegsgesetz” bezeichnetes Kohleverlängerungsgesetz beschlossen, mit dem u.a. die volkswirtschaftlich völlig unbedeutende Zahl von weniger als 25.000 Arbeitsplätzen bei Förderung und Verstromung von Braunkohle massiv subvenioniert wird. Volkswirtschaftlich sinnvolles Handeln sieht anders aus.

Insofern führt der VCD keinen „Krieg gegen das Auto“, sondern fordert schlicht eine Wirtschaftspolitik, die sich nicht mit Subventionen gegen sinnvolle und dringend notwendige Strukturveränderungen stemmt. Es sollte in die Zukunft investiert werden – auch damit völkerrechtlich verbindliche Zusagen in Bezug auf den Klimawandel noch realisiert werden können.    
 

Autor:
Wolfgang Sprick
Vorstand VCD Hessen

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news-7374 Thu, 24 Sep 2020 10:22:35 +0200 ParkingDay in Frankfurt https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/parkingday-in-frankfurt/ Der ParkingDay fand dieses Jahr am 19.09. erneut in der Tögesgasse in Frankfurt statt. Bei herrlichem Wetter wurde eine Vielzahl von Parkplätzen in Beschlag genommen. Mit dabei waren der adfc Frankfurt, GREENPEACE Frankfurt, Transition Town Frankfurt, BUND, Radentscheid Frankfurt, Fuss e.V., spielkultur Frankfurt, PEOPLE FOR FUTURE FFM und die Stadtbücherei Frankfurt. Dieses Jahr ergänzte der VCD die Aktion zum ersten Mal mit einer 12qmKULTUR Fläche. Drei lokale Musikgruppen sorgten für gute Stimmung und brachten die Straße zum Tanzen.

mehr zur Veranstaltung 12qmKULTUR

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news-7352 Thu, 17 Sep 2020 15:04:51 +0200 Parking Day, Kidical Mass, neue Mitglieder im VCD-Vorstand https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/parking-day-kidical-mass-neue-mitglieder-im-vcd-vorstand/
Parking Day in der Liebfrauenstraße am 19. September

Im Rahmen der europäischen Mobilitätswoche finden wieder dezentral an vielen Orten Aktionen statt, die auf eine Veränderung im Mobilitätsverhalten und eine bessere Nutzung des öffentlichen Raums aufmerksam machen. Eine Aktion ist der Parking Day bei dem es darum geht, Parkplätze in Grünflächen, Raum für Begegnung und Kultur umzuwandeln.

Dieses Jahr organisieren wir in der Liebfrauenstraße am Samstag, 19. September ab 11:00 Uhr auf Höhe der Michaeliskirche eine Spielstraße um Kindern die Möglichkeit zu geben angstfrei und ungestört vor der eigenen Haustüre zu spielen. Das Spielmobil ist auch vor Ort.

Wir organisieren den Parking Day zusammen mit Extinction Rebellion. Sei dabei!

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Kidical Mass am 20. September

Deutschlandweit steigen Kinder und Erwachsene aufs Rad. In Darmstadt wird die Kidical Mass am Sonntag, 20. September ihre Runde durch Darmstadt ziehen. Treffpunkt: 15:30 Uhr auf dem Karolinenplatz, 16:00 Uhr ist Abfahrt.

Seid dabei und demonstriert für eine sichere Stadt für Jung und Alt. Kommt alle und habt Spaß.

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Neue Mitglieder im Vorstand VCD-Darmstadt-Dieburg

Auf der diesjährigen Jahreshauptversammlung wurde der Vorstand des VCD-Kreisverbandes für die nächsten zwei Jahre neu gewählt. Die Mitglieder bestätigten Sabine Crook als Vorsitzende und wählten Jörn Strüber neu zum stellvertretenden Vorsitzenden. David Grünewald wurde als Schatzmeister bestätigt. Als weitere Vorstände wählte die Versammlung Stephan Voeth und Thomas Kolb. Kolb gehört dem VCD-Vorstand zum ersten Mal an.

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Neue Radabstellplätze am Darmstädter Stadion

An der Böllenfalltorhalle gibt es in Zukunft 170 neue Radabstellplätze für Fahrräder. Diese können sowohl bei Fußballspielen im Stadion, als auch beim privaten Sport in der Böllenfalltorhalle genutzt werden. Sie stehen außerhalb der Fluchtwege und stehen daher nun dauerhaft zur Verfügung.


Lastenradförderung

Anfang August gab die hessische Landesregierung bekannt 900.000 € Förderung für den Kauf eines Lastenrades auszuschütten. Pro Rad gab es maximal 1000 €. Wie zu erwarten war der Zuspruch sehr groß und innerhalb von 4 Wochen waren mehr als 1000 Anträge beim Umweltministerium eingegangen. Nun heißt es aber nicht verzagen und traurig sein, denn im nächsten Haushalt sollen wieder Gelder für eine Lastenradförderung eingestellt werden. Daher am Besten gleich zum Händler gehen und sich kundig machen, um dann fix reagieren zu können.

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Rückblick Bikenight

Am 6. September fand die 10. Bikenight in Frankfurt statt. Eine friedliche Fahrraddemonstration mit festgelegter Route durch Frankfurt für eine Verkehrswende und mehr Klimaschutz. Dieses Mal etwas kürzer als sonst wegen Covid-19, aber ebenso schön. Wir sind vom Darmstädter Markplatz mit 14 Leuten über den Radschnellweg nach Frankfurt um dann am Mainufer auf die anderen 2000 Radler zu treffen. Nach der ca. 2-stündigen Tour haben wir uns noch mit einer Pizza gestärkt um dann wieder nach Darmstadt gemeinsam zu radeln. Die nächste Bikenight findet wahrscheinlich Ende August 2021 statt.

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Radwegenetzanalyse und –planung in Griesheim

Am 10. September lud die Stadt Griesheim zum 2. Workshop Radverkehr ein. Nach der Auftaktveranstaltung, dem 1. Workshop im März, zwei Radtouren und einer Online-Beteiligung im Sommer war dies der Abschluss der projektbezogenen Bürgerbeteiligung. Nach der Präsentation von Frau Katalin Saary vom Verkehrsplanungsbüro Mobilitätslösung wurden von Frau Saary, sowie dem Bürgermeister, Herrn Krebs-Wetzl und dem Mobilitätsbeauftragten, Herrn Spickermann Fragen beantwortet und Anregungen aufgenommen. Im November sollen die Ergebnisse den politischen Gremien vorgestellt werden.

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Mittendrin. Auf Zeit. Leben – Kinderhospiz-Fahrradkorso

Am 12. September fand der Kinder-Fahrradkorso des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes (AKHD) zugunsten Kindern, die an „lebensverkürzenden Krankheiten“ leiden, statt. Eine sehr ergreifende Fahrraddemonstration bei der 250 Menschen für einen guten Zweck durch Frankfurt radelten. Nach der Startkundgebung um 14 Uhr am Römer ging es knapp 11 km durch die Innenstadt. Nach mehreren Zwischenstopps kam der von Polizei, dem ASB und zahlreichen Helfern eskortierte Korso gute zwei Stunden später zur Abschlusskundgebung wieder am Römer ein. Bei strahlendem Sonnenschein konnten schwerstkranke Kinder einen schönen Tag genießen.


Verkehrswende-Jobs

Bring die Verkehrswende voran! Es gibt wieder interessante Stellen zu besetzen.

Hessen Mobil, Standort Darmstadt

Stadt Darmstadt

VCD-Bundesgeschäftsstelle


Nächstes Treffen

In der Zwischenzeit kannst du uns gerne jederzeit an vorstand@vcd-darmstadt.org Anregungen, Kritik und Hinweise auf wichtige Mobilitätsthemen in der Region schicken! Außerdem kannst du uns auf Twitter folgen, um nichts zu verpassen.

Euer Vorstand

Sabine, Jörn, David, Stephan und Thomas

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news-7346 Thu, 17 Sep 2020 10:30:43 +0200 Darmstadt: Parking Day 2020 in der Liebfrauenstraße https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/darmstadt-parking-day-2020-in-der-liebfrauenstrasse/
Mitmach- oder Entspannungs-Oasen laden zum Ausruhen ein und zeigen alternative Nutzungsformen des öffentlichen Raums, der bei einer erfolgreichen Verkehrswende zu Verfügung stehen könnte. Anlass ist der weltweite Aktionstag PARK(ing) DAY der ursprünglich aus San Francisco stammt und inzwischen in Paris, Melbourne oder Rio de Janeiro und auch vielen Städten in Deutschland bekannt ist. Die Verbände holen den PARK(ing) DAY nach Darmstadt

PARK(ing) DAY - Erobere Deine Stadt zurück

„Was könnte man mit den vielen Parkplätzen nicht alles anfangen, wenn nicht überall Autos rumstehen würden!“, sagt Sabine Crook, Vorsitzende des VCD-Kreisverbands Darmstadt-Dieburg. Mit dem diesjährigen PARK(ing) DAY in der Liebfrauenstraße (Hausnummern 1 bis 13) von 11:00 bis 18:00 Uhr fordern VCD und XR mehr Platz für Grün, mehr Platz für Freu(n)de und mehr Platz zum Atmen. „Im Mittelpunkt stehen die Bewohner:innen unserer Stadt, die mit ihren vielfältigen Bedürfnissen mehr öffentlichen Raum beanspruchen. Diesen Raum holen sie bisher an einem Tag im Jahr auf öffentlichen Parkplätzen zurück“, erklärt Christian Schneider von XR.

Angebot für Kinder und Erwachsene

Am Parking Day gibt es verschiedene Angebote für Kinder und Erwachsene. Das rotzfreche Spielmobil lädt zum Toben auf der Straße ein – wo es sonst zu gefährlich ist. Der Abschnitt der Straße wird für die Veranstaltung für Fahrzeuge gesperrt und ein sicheres Erleben des Stadtraums ist möglich. Für Erwachsene gibt es eine „Klimacouch“, auf der über Lösungen für den Klimawandel diskutiert wird und jede:r eingeladen ist, sich an der Debatte zu beteiligen. Des weiteren steht Platz für 12 m² Kultur zu Verfügung: die Fläche eines Parkplatzes wird zur Bühne für Livemusik. Bewohner:innen und Freunde sind eingeladen, ihren Klappstuhl mitzubringen und ein Straßenfest zu feiern.

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news-7302 Tue, 08 Sep 2020 20:38:24 +0200 Main-Lastenrad wächst mit kostenlosem Angebot https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/main-lastenrad-waechst-mit-kostenlosem-angebot/ Die ersten drei Räder waren von Anfang an begehrt. Wer nicht schon Wochen im Voraus buchte ging leer aus.  „Das hat sich geändert, das Angebot ist größer geworden“ freut sich Mathias Biemann, einer der Ideengeber von Main-Lastenrad. Er fand Unterstützer, die weitere Räder kostenlos zur Verfügung stellten.

Seit Ende August unterstützt der Bio-Lebensmittelhändler Alnatura die Initiative mit sechs neuen Lastenrädern. In allen Alnatura Super Natur Märkten der Stadt können Lastenräder von Kunden und allen, die bei Main-Lastenrad registriert sind, kostenlos geliehen werden. Und auch Offenbach ist nun mit einem Rad dabei.

Das Angebot auf Main-Lastenrad steigt damit auf insgesamt fünfzehn Räder. „Wenn es weiter geht wie geplant, können wir bald kostenlos Lastenräder in weiteren Stadteilen von Frankfurt und Offenbach anbieten“ hofft Biemann. „Der regelmäßige Blick auf unsere Internetseite – Main-Lastenrad.de – kann sich also lohnen.“

Damit die Räder repariert und gewartet werden können, ist die Initiative auf Geldspenden angewiesen und auch der Kauf weiterer Lastenräder soll damit möglich werden. Spenden Sie auf das Unterstützerkonto beim VCD Hessen, IBAN DE27 5009 0500 0000 9532 40, Sparda Hessen eG, Stichwort: Spende Main-Lastenrad. Die Spende ist steuerlich abzugsfähig.

www.main-lastenrad.de

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news-7301 Tue, 08 Sep 2020 20:30:24 +0200 Lastenradverleih in Offenbach gestartet https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/lastenradverleih-in-offenbach-gestartet/ Main-Lastenrad ist ein kostenloser Lastenradverleih der Regionalgruppe Rhein-Main des ökologischen Verkehrsclubs VCD. Der Verleih wird von den Ehrenamtlichen des Vereins in Offenbach organisiert und verfolgt keine kommerziellen Zwecke.

Aufgrund der Unterstützung des Bio-Lebensmittelhändlers Alnatura kann nun über www.main-lastenrad.de ein Lastenrad im Hafengebiet von Offenbach gebucht werden. Bei dem dortigen Supermarkt in der Jean-Weipert-Straße 3 kann jeder, der bei main-lastenrad.de registriert ist, für 1-2 Tage kostenlos ein Lastenrad ausleihen.

„Endlich steht den Offenbacher*innen auch ein freies Lastenrad zur Verfügung“ freut sich Henning Kühl vom VCD Offenbach. “Damit gibt es hier weitere Möglichkeiten für eine urbane Mobilität ohne Auto“.

In Frankfurt wurde das Angebot sofort gut angenommen worden. Die Räder waren lange im Voraus gebucht.

„Darauf ist hier auch zu hoffen. Eine Verringerung des Autoverkehrs in Offenbach hilft nicht nur der Verkehrsberuhigung und der Lebensqualität, sondern es verringert auch Lärm und verbessert die Luft. Wenn es erfolgreich läuft, kann das Angebot in Offenbach mit weiteren Lastenrädern ausgebaut werden.“ so der Verkehrsclub, der sich für eine klimaverträgliche, sichere und gesunde Mobilität für Menschen einsetzt.

Damit das Angebot in Offenbach ausgeweitet und die Räder gewartet werden können, ist die Initiative auf Helfer:innen und Geldspenden angewiesen:  IBAN DE27 5009 0500 0000 9532 40, Sparda Hessen eG, Stichwort: Spende Main-Lastenrad. Die Spende ist steuerlich abzugsfähig.

https://www.main-lastenrad.de/cb-items/a9-offenbach-jean-weipert-str/

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news-7303 Tue, 08 Sep 2020 18:00:00 +0200 Merkwürdiges Rechtsverständnis der Stadt Darmstadt https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/merkwuerdiges-rechtsverstaendnis-der-stadt-darmstadt/
Geduldetes Gehwegparken und damit unzulässig ignorierte Ordnungswidrigkeiten sind in Darmstadt nichts neues. „Darunter leiden vor allem die die sich in den Wohnvierteln der Innenstadt mit Rollstuhl oder Kinderwagen zu bewegen versuchen. Die mit Parkdruck begründete Duldung soll mit der Zeit vor allem durch Einführung von Parkraumbewirtschaftung reduziert werden. Doch diesen Ankündigungen folgen nur selten Taten“, ordnet Sabine Crook, Vorsitzende des VCD Darmstadt-Dieburg ein. Die begrüßenswerte jetzt erfolgte Bewirtschaftung in Bessungen-Nord hätte eigentlich bereits 2019 erfolgen müssen. „So ist es zumindest im Luftreinhalteplan festgehalten, welcher Teil des Vergleiches von VCD, Umwelthilfe und des Land Hessens ist“, führt Crook weiter aus. Ebenfalls in 2019 hätte die Bewirtschaftung auf der Mathildenhöhe umgesetzt werden müssen. Hier hat noch nicht einmal die Planung begonnen. Ähnlich sieht es in anderen Vierteln aus in denen die Maßnahmen teils seit Jahrzehnten diskutiert werden.

„Der Verweis auf die Verzögerung der neuen Bewirtschaftung durch "coronabedingte Lieferengpässe" ist eine schlechte Ausrede“, stellt Crook klar, „Hätte sich die Stadt an die gerichtlich vereinbarten Zeiten gehalten und entsprechend priorisiert, wäre die Bewirtschaftung in diesen Gebieten bereits vor Beginn der Pandemie abgeschlossen gewesen.“ Hier zeigt sich ein grundlegendes Problem bei Maßnahmen, zu denen die Stadt eigentlich gesetzlich verpflichtet es – sei es  aus gerichtlichen Vergleichen oder solchen die nach Gesetz ohnehin notwendig sind, wie bspw. der Gefahrenabwehr – was unliebsam ist wird ignoriert und nachträglich durch Verweis auf irgendwelche "unveränderlichen" und "plötzlichen" Unwägbarkeiten weggeredet oder entschuldigt. Die meist viel mehr ursächliche eigenverschuldete Verzögerung durch Missmanagement in der Verwaltung und falsche Prioritätensetzung seitens der Politik wird eher selten thematisiert.

Seit Jahren hoch im Kurs der missbräuchlichen Rechtsauslegung ist beispielsweise auch die Duldung von illegalem Gehwegparken. Immer wieder wird dieses von der Stadt wegen hohem Parkdruck gerechtfertigt. Rechtlich ist dies absolut unzulässig, das hat zuletzt auch das Verkehrsministerium im benachbarten Baden-Württemberg unmissverständlich klargestellt: Eine kommunale Verwaltung darf nicht einfach illegales Handeln zum Normalfall erklären. Doch wie weit dieses Rechtsverständnis sich mittlerweile in Darmstadt etabliert hat zeigt die aktuelle Mitteilung zur Einführung der Parkraumbewirtschaftungen in Bessungen-Nord. Die Stadt propagiert einen Entfall von Parkplätzen, dabei handelt es sich bei den thematisierten Flächen um Gehwege die bisher illegal von PKW blockiert wurden und die dort schon heute so nicht parken dürfen. Freie Gehwege sind im Rahmen der städtischen Leitlinie Nahmobilität beschlossene Sache. Dort heißt es unter Punkt 8: „lllegales Gehwegparken ist zu unterbinden.“

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news-7290 Mon, 07 Sep 2020 12:37:42 +0200 VCD-Kreisverband begrüßt neue Mitglieder im Vorstand https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/vcd-kreisverband-begruesst-neue-mitglieder-im-vorstand/
„Ich freue mich, dass wir unser Team verstärken konnten, um noch mehr für die Verkehrswende in Darmstadt und Darmstadt-Dieburg zu bewegen“, beschreibt Crook den Ausgang der Mitgliederversammlung. Alle Vorstandsmitglieder wurden einstimmig gewählt. „Wir bedanken uns für das Vertrauen der Mitglieder und freuen uns über tatkräftige Unterstützung bei Aktionen auf der Straße und der Arbeit in öffentlichen Gremien.“ Der VCD hat einen festen Platz im DADINA-Fahrgastbeirat, dem Klimaschutzbeirat der Stadt Darmstadt und dem Runden Tisch Nahmobilität. Dort nimmt an der Debatte um aktuelle Verkehrsprojekte mit seiner Expertise teil.

In einem Rückblick auf die jüngere Vereinsarbeit wurde klar, in wie viele Themen sich der VCD einbringt. Der Verein thematisiert das Parken auf Gehwegen und die damit verbundenen Gefahren für den Fußverkehr, kritisiert Verspätungen von Bus und Bahn auf Grund von Falschparkern. Er setzt sich für eine Beruhigung des Verkehrs mit flächendeckendem Tempo 30 ein und beteiligt sich an der Streckfindung aktueller Verkehrsprojekte wie dem Radschnellweg Frankfurt-Darmstadt und der ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim. Dabei setzt sich der VCD für eine Vollanbindung des Darmstädter Hauptbahnhofs ein. Bei Planungsverfahren der Straßenbahn unterstützt der VCD den Ausbau des Netzes wie bei der Lichtwiesenbahn und achtet auf eine verträgliche Integration in Bessungen, damit Fahrleitungsmasten nicht zu Lasten der Gehwege gestellt werden.

Bei zahlreichen Demonstrationen für die Verkehrswende und für Maßnahmen gegen den Klimawandel ist der VCD auf der Straße. Er unterstützt auch den Klimaentscheid und führt treuhändisch ein Spendenkonto für den Klimaentscheid.

Der Vorstand wird sich auf einer Klausurtagung Themen und Ziele erarbeiten, die in den nun vorausliegenden zwei Jahren seiner Amtszeit erreicht werden sollen.

Der Verkehrsclub setzt sich seit 1987 für eine ökologische Verkehrswende in der Stadt Darmstadt und im Landkreis Darmstadt Dieburg ein und liegt damit auch im aktuellen gesellschaftlichen Trend zur Stärkung der Schiene, des Bus-, Rad- und Fußverkehrs.

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news-7226 Thu, 27 Aug 2020 17:53:11 +0200 Presseartikel: "Ich zücke meine Karte und gut" https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/presseartikel-ich-zuecke-meine-karte-und-gut/ Von Pascal Reeber

Redakteur Wetzlar 

 

Mit dem Seniorenticket können Menschen über 65 den kompletten Nahverkehr in Hessen nutzen. 50 000 Tickets sind bisher verkauft worden. Symbolfoto: Arne Dedert/dpa 

WETZLAR - Für einen Euro am Tag mit Bus und Bahn durch ganz Hessen fahren. Wovon Pendler träumen, das ist seit Anfang des Jahres für Senioren Realität - mit dem hessischen Seniorenticket. Allein der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) hat bis Mitte Januar mehr als 40 000 der rabattierten Jahreskarten für Menschen ab 65 Jahren verkauft, hessenweit sind es knapp 50 000. Auch im Lahn-Dill-Kreis nutzen ältere Menschen die neue Flatrate. 

Ein wenig unentschlossen war Barbara Böcher am Anfang ja schon. Das neue Seniorenticket kaufen oder nicht? "Ich habe mich gefragt, ob ich da überhaupt auf meine Kosten komme", berichtet Böcher. Denn die Vorsitzende des Fahrgastbeirats fährt sehr viel Rad. Und kann sich dadurch manche Reise mit dem Stadtbus in Wetzlar, aber auch kurze Fahrten mit der Bahn, sparen. "Ausschlaggebend für mich war letztlich, dass ich mit dem Seniorenticket auch nach Nordhessen komme", sagt Böcher. Denn in Kassel hat sie mal gelebt. 

Fahrten durch ganz Hessen mit dem Nahverkehr für 365 Euro im Jahr, also einen Euro pro Tag - das bietet das Seniorenticket. Dass es im gesamten Bundesland gilt und damit die Grenzen der Verkehrsverbünde quasi verschwinden, ist für Böcher ein gewaltiger Vorteil. "Ich muss mir keinen Kopf um Fahrscheine machen", lobt sie einen großen Vorteil des neuen Angebots. "Ich steige einfach ein, zücke meine Karte und gut." Und das gilt in Nord, Süd, Ost oder West, egal, in welchem Verbund und egal in welchem Verkehrsmittel, so lange es der öffentliche Nahverkehr ist. 

EIN TICKET, ZWEI VARIANTEN 

Das Seniorenticket Hessen ist in zwei Varianten erhältlich. Als reguläres Seniorenticket und als Seniorenticket Komfort. Beiden Angeboten ist gleich, dass der Nutzer mindestens 65 Jahre alt sein muss und die Fahrkarte personengebunden ist, also nicht weitergegeben werden darf. Das Ticket gilt ein Jahr lang in allen Bussen und Zügen des Nahverkehrs und wird entweder auf einmal oder in Raten bezahlt. Es wird auf einer elektronischen Chipkarte ausgestellt. Das reguläre Seniorenticket (365 Euro pro Jahr) gilt an Werktagen ab 9 Uhr, an allen anderen Tagen ganztags.

Das teurere Seniorenticket Komfort (625 Euro) hat diese Einschränkung nicht, es gilt 24 Stunden am Tag. Mit ihm darf zudem in der Ersten Klasse gefahren werden. Und: Am Wochenende und werktags ab 19 Uhr dürfen ein weiterer Erwachsener und unbegrenzt viele Kinder unter 15 mitgenommen werden.

Bestandskunden schlug der RMV den Umstieg vor 

Die Freiheit für Fahrten durch ganz Hessen war auch für Gisela Sarges aus Wetzlar der Grund, sich für das Seniorenticket zu entscheiden. Die Wetzlarerin ist bislang mit dem Vorläufer, der "65plus-Jahreskarte" gefahren. Die war ein paar Euro teurer - und galt nur im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes. "Ich wollte schon immer mal nach Kassel ins Museum fahren", berichtet Sarges. "Jetzt kann ich das machen, mitten in der Woche, wann ich will." 

Als Bestandskundin wurde Sarges nach Verkaufsstart des Seniorentickets im November 2019 vom RMV angeschrieben und gefragt, ob sie das neue Angebot nutzen möchte. Das alte Angebot wurde mit Start des Seniorentickets eingestellt. Sarges fiel die Zusage leicht, da sie im Vergleich zur vorherigen Karte Geld spart. Die Wetzlarerin ist grundsätzlich überzeugt von Zeitkarten. "Mit Einzelfahrscheinen rechnet man vor jeder Fahrt. Das muss ich jetzt nicht mehr", berichtet sie. Zumal Sarges im Grunde jeden Tag eine Fahrt mit Bus und Bahn macht. Seit acht Jahren hat sie kein Auto mehr, wohnt am Leitzplatz und hat damit fast alle Stadtbuslinien und viele Überlandlinien vor der Haustür. 

Ticket lohnt sich ab der ersten Fahrt im Stadtbus 

2,30 Euro kostet die Einzelfahrt mit dem Stadtbus in Wetzlar, ein Euro pro Tag das Seniorenticket. Da muss man kein Mathegenie sein. Das neue Angebot lohnt sich mit dem ersten Einstieg in den Bus. 

Das Angebot werde seit Verkaufsstart "sehr gut angenommen", berichtet RMV-Sprecherin Vanessa Rehermann. Zu den 40 000 Verkäufen innerhalb des RMV kommen noch die Verkäufe der anderen Verbünde, des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV) und des Verkehrsverbundes Rhein-Neckar (VRN). Der NVV hat nach Angaben einer Sprecherin etwa 10 000, der VRN, der in Hessen nur für den Kreis Bergstraße zuständig ist, 50 Seniorentickets verkauft. 

Für Barbara Böcher steht fest, dass mit dem Angebot auch Nachfrage erzeugt wird. "Ich habe das Gefühl, dass das Ticket Gelüste weckt", beschreibt sie. Will sagen: Wer erst einmal Zugang zum gesamten Nahverkehr in Hessen hat, nutzt ihn auch. Plötzlich ist ein Trip nach Bad Karlshafen gar nicht so verrückt. "Das Angebot senkt die Schwelle zur Nutzung des ÖPNV enorm", sagt Böcher. Besonders lohne sich das wohl in Regionen mit attraktivem Nahverkehr - allen voran im Rhein-Main-Gebiet. In ihren früheren Heimat Wiesbaden kennt die Fahrgastbeiratsvorsitzende viele überzeugte Nutzer des Seniorentickets. 

Im Lahn-Dill-Kreis übrigens sind seit dem Verkaufsstart im vorigen Jahr 65 Seniorentickets verkauft worden: 33 im Jahr 2019, 32 in diesem Jahr. 

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news-7225 Thu, 27 Aug 2020 17:52:00 +0200 Presseartikel: VCD für die Dillfeld-Umfahrung https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/presseartikel-vcd-fuer-die-dillfeld-umfahrung/ news-7215 Wed, 26 Aug 2020 15:58:00 +0200 VCD fordert Nachbesserung des Nahverkehrsplans für den Landkreis Gießen https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/vcd-fordert-nachbesserung-des-nahverkehrsplans-fuer-den-landkreis-giessen/ Am kommenden Freitag, den 28.08.2020 soll in der Verbandsversammlung des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) der gemeinsame Nahverkehrsplan der Kreise Gießen, Wetterau und Vogelsberg beschlossen werden. Für den Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist der vorliegende Entwurf kein Fortschritt, nennenswerte Verbesserungen für den Busverkehr im Kreis seien nicht enthalten. Damit werde eine große Chance vertan, den Öffentlichen Personennahverkehr zukunftsträchtig auszubauen. Der Landkreis hat sich vor drei Jahren im Masterplan 100% Klimaschutz das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95% zu senken. Der Verkehrsbereich sei hier ein wesentliches Handlungsfeld. Damit müsste aber umgehend begonnen und natürlich auch entsprechende Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, so der VCD. Der neue Nahverkehrsplan sei aber geprägt von der scheinbaren Vorgabe, keine zusätzlichen Kosten zu verursachen. Er sei wenig innovativ und weise erhebliche inhaltliche und formale Mängel auf. Die umfangreichen Stellungnahmen und Anregungen von Fahrgastbeirat, VCD und zahlreichen weiteren Institutionen aber auch Kommunen im Anhörungsverfahren wurden im Wesentlichen nicht berücksichtigt.
Der VCD hat die Vertreterinnen und Vertreter des Landkreises in der ZOV-Verbandsversammlung bereits aufgefordert, dem Nahverkehrsplan vorerst nicht zuzustimmen und Nachbesserungen zu verlangen. Besonders problematisch sei außerdem, dass der Landkreis seine Zuständigkeit für den ÖPNV vollständig an den Zweckverband abgegeben hat: In dessen Verbandsversammlung stellt der Kreis aber lediglich neun von 52 Sitzen, von denen zur Zeit sogar zwei unbesetzt seien. Der Wetterau- und der Vogelsbergkreis haben damit die deutliche Mehrheit und könnten Entscheidungen im Zweifelsfall auch ohne den Landkreis Gießen treffen.
Der VCD fordere vom Landkreis, dass dieser den ÖPNV wieder verstärkt in die politische Diskussion einbinde und Verantwortung für dessen Weiterentwicklung übernehme.

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news-7193 Thu, 20 Aug 2020 09:30:00 +0200 Naturschonende ICE-Trasse für Darmstadt https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/naturschonende-ice-trasse-fuer-darmstadt/  

Aus den aktuell verbliebenen neun plus eins Trassenvarianten der Neubaustrecke ist daher ganz klar die Trassenvariante V.4 zu favorisieren, die als einzige Trassenvariante neben den Anforderungen an verkehrliche, technische und wirtschaftliche Belange auch die zuvor genannten Bedürfnisse von Mensch und Natur in vollem Umfang sicherstellt. Nur die aus den Vorschlagsvarianten von Pro Bahn und Verkehrsclub Deutschland erstellte Variante V.4 kann die nachfolgenden Eckpunkte garantieren:

  • eine leistungsfähige nachhaltige Verbindung der Neubaustrecke mit allen Bestandsstrecken ohne zusätzliche Eingriffe in die Natur
  • diese Variante befreit die Anwohnerinnen und Anwohner vom Lärm durch Schienengüterzüge
  • keine Belastung der südlichen Bergstraße durch eine umweltschonende nördliche Riedquerung
  • keine „Weiterstädter Kurve“, keine Nordanbindung und keine Südanbindung Darmstadts durch den Westwald
  • durch zusätzliche Lärmschutzmaßnahmen deutliche Senkung der bestehenden Lärm- und Schadstoffemissionen in Pfungstadt, Bickenbach und an der Bergstraße
  • ca. 100 ha geringere Waldverluste im Jägersburger Wald und im Westwald entlang der BAB 5 und BAB 67
  • Fahrzeitverkürzung für ICE-Fernzüge mit Halt in Darmstadt Hauptbahnhof durch Entfall der Anbindungskurven
  • die Einhaltung des Deutschlandtaktes mit Halt in Darmstadt Hauptbahnhof ist möglich
  • die Trassenvariante V.4 entspricht dem gesetzlich vorgeschriebenen Minimierungsgebot gem. § 14 ff BNatSchG.

Daher hat die Westwaldallianz zusammen mit Pro Bahn, Verkehrsclub Deutschland, Greenpeace, Schutzgemeinschaft Deutscher Wald und BI Pro Walderhalt in einem Brief an die DB Netz AG darum gebeten, die Trassenvariante V.4 im Gesamtvariantenentscheid als Vorzugsvariante zu empfehlen und diese im nächsten Beteiligungsforum mit allen Beteiligten abschließend zu besprechen.

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news-7163 Thu, 13 Aug 2020 19:10:03 +0200 Einladung zur Projektvorstellung Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität - Neue Ideen für das neue Wohnquartier in Friedberg https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/einladung-zur-projektvorstellung-bundesweites-netzwerk-wohnen-und-mobilitaet-neue-ideen-fuer-das-neu/ Das Wohnen ein wichtiges Handlungsfeld für Klimaschutzmaßnahmen ist, diese Erkenntnis bezog sich bislang fast ausschließlich auf den Bereich der energetischen Sanierung. An der Haustür entscheiden die Menschen aber auch, welches Verkehrsmittel sie für ihre Wege nutzen. Als Handlungsfeld für Klimaschutzmaßnahmen werden die großen CO2-Minderungspotenziale im Bereich der wohnstandortnahen Mobilität bislang wenig beachtet. Der VCD e.V. greift daher dieses Themenfeld mit seinem neuen Projekt »Bundesweites Netzwerk Wohnen und Mobilität« auf. Zentrales Anliegen ist es den wohnortnahen Zugang zu klimaverträglichen Verkehrsmitteln zu erleichtern. Die Bewohner*innen sollen mindestens ebenso bequem auf Fahrrad, Bus oder Sharing-Angebote zugreifen können, wie bisher auf den privaten Pkw. 

In Friedberg kommt allmählich Bewegung in die Neuentwicklung des ehemalige Kasernen Gelände. Sowohl Bündniss90/Die Grünen als auch der VCD fordern dieses Quartier nachhaltig zu entwickeln. Unter Nachhaltigkeit verstehen wir nicht nur den Wärmeschutz oder moderne Heizungssysteme, sondern auch die Möglichkeit eines jeden Bewohners die Wahl zu haben verschiedene Verkehrsmittel zu nutzen. Bei dieser Entwicklung müssen die infrastrukturellen Voraussetzungen, wie kurze Wege zum ÖPNV, sichere Radwege, Radabstellanlagen und vor allem ein gutes und sicheres Fußwegenetz, direkt mit eingeplant werden. 

Auf Einladung von Bündniss90/Die Grünen in Friedberg wollen wir am 1. September ab 19:00 Uhr auf dem Elvis-Presley-Platz, anhand von Fallbeispielen deutlich machen, wie solch ein nachhaltiges Konzept für ein neues Quartier aussehen kann.

Der VCD Wetterau-Vogelsberg hat hierzu Eric Kruzycki, Regionalkoordinater Hessen, vom bundesweiten Netzwerk Wohnen und Mobilität als fachkundigen Referenten eingeladen.

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news-7048 Tue, 21 Jul 2020 18:55:00 +0200 Fairkehr-Stammtisch https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/fairkehr-stammtisch-11/ Nach längerer Pause wird zum nächsten Fairkehr-Stammtisch geladen. Er findet am 30.07.2020 um 19:00 Uhr in der Gasthofbrauerei “Hotel zur Traube”  Markt 21, in 63667 Nidda statt. 
Wir freuen uns auf sie und ihre Ideen. 

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news-6998 Mon, 13 Jul 2020 10:05:24 +0200 Parken auf Gehwegen im ganzen Landkreis verhindern https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/parken-auf-gehwegen-im-ganzen-landkreis-verhindern/ news-6941 Sun, 28 Jun 2020 11:50:00 +0200 Weiterbau der A49 stoppen! https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/weiterbau-der-a49-stoppen/ Der Bau der Autobahn wird den Dannröder Wald zerstören und das Flora-Fauna-Habitat Herrenwald schädigen. „Wer den Klimaschutz und die Verkehrswende ernsthaft betreiben will, darf den Bau einer solchen, für den Verkehr und die Wirtschaft wenig bedeutenden Autobahn, nicht fortsetzen. Die Schneise durch das wertvolle Naturgebiet treibt die Umweltzerstörung und das Artensterben voran“, kritisiert Heiko Nickel, vom hessischen Landesverband des Verkehrsclub Deutschland die Baupraxis von Bund und Land.

Der Bau der A49 ist falsch, vorrangig sollte das bestehende Straßennetz saniert und endlich der öffentliche Verkehr im ländlichen Raum ausgebaut werden.

Der VCD Hessen unterstützt die Forderungen des „Dannröder Appell“ und fordert die Landesregierung auf, sich gegenüber der Bundesregierung und den anderen Bundesländern für ein Moratorium beim Straßenneubau und eine Überarbeitung des Bundesverkehrswegeplans einsetzen.

Weitere Informationen zur A49 und dem Dannröder Appell unter https://hessen.vcd.org/der-vcd-vor-ort/marburg-biedenkopf/ausbau-a49

Berichte und Fotos von Heiko Nickel aus dem Dannenröder Forst vom Aktionswochenende 25. und 26.09.2020 unter https://twitter.com/HeikoNickel

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news-6918 Wed, 24 Jun 2020 11:45:52 +0200 Popup-Bikelanes im Anlagen- und Cityring - gekommen um zu bleiben! https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/popup-bikelanes-im-anlagen-und-cityring-gekommen-um-zu-bleiben/ Treffpunkt Samstag 28.6.2020, 12:00 am Colloseum (Flößerbrücke, Südseite)

Weitere Infos: Heiko Nickel,  069 4788 3858,  landespolitik@vcd-hessen.de

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news-6862 Thu, 11 Jun 2020 15:58:17 +0200 Neuer Radweg Frankfurter Straße: VCD Gießen kritisiert sicherheitsrelevante Mängel https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/neuer-radweg-frankfurter-strasse-vcd-giessen-kritisiert-sicherheitsrelevante-maengel/ In Gießen tut sich was in Sachen Radverkehr: nach der Einrichtung einer Fahrradstraße in der Goethestraße und weiteren Verbesserungen wurde nun endlich auch der Radweg in der Frankfurter Straße zwischen Robert-Sommer-Straße und Schubertstraße komplettiert. Diese seit langem versprochene und nun umgesetzte Maßnahme verbessert die Anbindung der südlichen Stadtteile an die Innenstadt. Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) erhofft sich dadurch eine Attraktivtätssteigerung des Fahrrads – insbesondere für Alltagswege. Leider gebe es aber einige deutliche Wermutstropfen bei der Ausgestaltung des immerhin 2,50 m breiten Radwegs, so Vorstandsmitglied Patrik Jacob. So sei völlig unverständlich, dass in Höhe der Autohäuser zwei Ladezonen ausgewiesen wurden, die den Radweg unterbrechen. Mit ca. 10.000 m² bzw. 5.500 m² wiesen die Autohändler genügend Freiflächen auf, um notwendige Ladevorgänge auf dem eigenen Grundstück abzuwickeln. Ein Lkw benötige lediglich eine Grundfläche von ca. 50 m². Fahrradfahrer würden durch das notwendige Einfädeln in den fließenden Verkehr gefährdet, weil die Stadt den Autolobbyisten nicht einmal zumute, 0,5% der eigenen Flächen für die Anlieferung zu nutzen statt sich kostenlos des Öffentlichen Raums zu bedienen.
Ebenfalls misslungen sei der Bereich der Kreuzung zur Robert-Sommer-Straße. Das bestehende Problem, dass Radfahrer, die indirekt aus Kleinlinden links abbiegen, zeitgleich mit dem Autoverkehr die Engstelle in Höhe der Bushaltestelle erreichen, sei nun noch erheblich verschärft worden, da mit der neuen Verkehrsführung genau hier die linke Fahrspur ende und sich dazu die Radfahrer in den fließenden Verkehr einordnen müssten. Der VCD fordert hier eine umgehende Entschärfung des Konflikts, indem die rechte Fahrspur in die linke übergehe. Dies ermögliche dann auch einen durchgängigen Radweg ab dem Kreuzungsbereich. Zusätzlich müsse der Umbau der gesamten Kreuzung höchste Priorität haben, um eine bequeme, sichere und schnelle Linksabbiegemöglichkeit für Radfahrer aus Richtung Kleinlinden zu schaffen.
Unverständlich sei zudem, dass an der Kreuzung zur Schubertstraße weiterhin zwei Geradeaus-Spuren für den Kfz-Verkehr abmarkiert wurden. Die extrem geringe Breite von 5,0 m für zwei Spuren lasse unverantwortliche Überholmanöver auf den lediglich 100 m zweispurigen Verlaufs befürchten, zumal hier noch die Bushaltestelle ein zusätzlicher Konfliktpunkt sei. Der notwendige seitliche Abstand zu Radfahrern von 1,5 m werde dabei leider vermutlich allzu häufig missachtet, so der VCD.
Dies alles zeige, dass dem Autoverkehr von der Stadtverwaltung noch zu oft Priorität eingeräumt werde und dem Radverkehr das Nachsehen bleibe. Dies sei nicht mehr zeitgemäß. Während Städte wie Paris oder Berlin binnen kürzester Zeit hunderte Kilometer an Radverkehrsanlagen schaffen, während in Italien oder Spanien kurzerhand ganze Innenstädte vom Autoverkehr befreit werden und sich die Händler deswegen über steigende Umsätze freuen, müsse man in Gießen beinahe froh sein, dass jahrelange Planungen nun mängelbehaftet zur Umsetzung kämen.

 

 

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news-6854 Wed, 10 Jun 2020 14:57:29 +0200 Strasse-zurueckerobern.de berichtet über unsere NixNox-Demo in Frankfurt https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/strasse-zurueckerobernde-berichtet-ueber-unsere-nixnox-demo-in-frankfurt/ zum Bericht auf Strasse-Zurueckerobern.de

zur NixNox-Demo-Seite

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news-6813 Sat, 30 May 2020 10:28:52 +0200 Staatshilfen ohne Klimaschutz führen in die Sackgasse https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/staatshilfen-ohne-klimaschutz-fuehren-in-die-sackgasse/ zur Aktionswebseite

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news-6798 Thu, 28 May 2020 13:09:58 +0200 Das RadWerk: Spontane Museumstour nach Hanau https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/das-radwerk-spontane-museumstour-nach-hanau/  

Von Sabine Crook

Ende Januar klingelte mein Handy neben dem Bett und mein Radkumpel Jonas fragte an, ob ich nicht spontan Lust hätte, mit ihm nach Hanau in ein Radmuseum zu radeln. Nachdem ich mir erst einmal das Sandmännchen aus den Augen gerieben hatte, machten wir die Abfahrt auf 11:00 Uhr fest. Mal einfach so 50 km radeln war jetzt nicht mein erster Gedanke an einem Januarmorgen. Nun gut, bisherige Touren mit Jonas versprachen immer sehr viel Spaß und Neues. Angesichts der Kälte und des Windes wollten wir nicht über Straßen, sondern mehr im Wald windgeschützt fahren. Daher entschied ich mich für meinen Crosser und nicht fürs Bullitt oder Rennrad. Dies stellte sich als sehr weise Entscheidung heraus. Sämtliche Waldwege waren wegen der starken Nässe und der Waldrodungsmaschinen in einem katastrophalen Zustand, teils kaum zu passieren. Wir radelten vom Darmstädter Osten über den Wald nach Messel, hier verfuhren wir uns ordentlich und strandeten an der Bahnlinie, die wir dann nicht ganz legal überquerten. Im Wald hatten wir keinen Internetempfang, daher verließen wir uns auf unser Gefühl. Vorbei ging es auch an dem Waldstück nahe dem ehemaligen Munitionsdepot Muna, welches vor ein paar Jahren brannte und nun immer noch einen verheerenden, aber auch sehr beeindruckenden Anblick bietet.  Ein Teil davon soll zu Forschungszwecken sich selbst überlassen werden. Geschenkt, wir nahmen nicht wirklich den direktesten Weg, aber schließlich kamen auch wir im Museum RadWerk (Gutenbergsraße 7) in Hanau an. Wer weniger spontan ans Ziel gelangen möchte, kann die Tour über eine Website wie den Radroutenplaner Hessen vorbereiten.

Fahrradgeschichte made in Klein-Auheim

Keine Radfahrt ohne Kuchen! Im gleichen Gebäude wie das Museum befindet sich ein hervorragendes Café. Nach der Radfahrt durch die Kälte futterten wir uns erst einmal durch die Karte. Sowohl das Kuchenangebot als auch die warmen Speisen allein sind einen Besuch wert. Absolut empfehlenswert! So gestärkt besuchten wir dann voller Staunen das Museum. Die Ausstellung „Menschen, Räder, Erinnerungen“ des Heimat- und Geschichtsvereins Klein-Auheim e. V. vermittelt die abwechslungsreiche Ortsgeschichte des Stadtteils. Darüber hinaus ist die weltweilt umfangreichste Kollektion an einst in Klein-Auheim produzierten Fahrrädern und Mopeds der Marke BAUER zu bestaunen. Sehr schön wird in der Ausstellung auch beschrieben, wie Frauen und Arbeiter in der damaligen Zeit radelten. Ich erinnere mich vor allem an ein im Zweiten Weltkrieg verkauftes Rad, noch original verpackt und nicht aufgebaut, da der Besitzer im Krieg getötet wurde.

Angefangen waren die Bauer-Werke als Zulieferer für Lampen, Schutzbleche etc. tätig. Ab 1922 wurden komplette Fahrräder gebaut. Auch versuchten sich die Bauer-Werke an einer Art Mofas. Diese schafften es aber nicht in Serie.

Die Entwicklung des Radsports wurde schon damals von zwei Motivationen geleitet, die auch heute noch aktuell sind: Die Überlegenheit des Fahrrads als Verkehrsmittel der Zukunft einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und die Durchsetzung guter Straßenverhältnisse für die Bedürfnisse der Radfahrer*innen. Bis zum ersten Weltkrieg boomte der Radsport in Deutschland. 1934 bauten die Bauer-Werke das erste Rennrad und unterstützten einige Fahrer, natürlich auch als Werbeträger. In den Anfangsjahren fuhren Frauen selten Rennen. Eine schwitzende Frau entsprach so gar nicht dem Wilhelminischen Frauenideal. Dennoch ist das Rad für die Frauenbewegung nicht weg zu denken. 1968 meldeten die Bauer-Werke Insolvenz an, ein Großteil wurde von Rowenta aufgekauft.

Da wir uns doch sehr viel Zeit für das Museum genommen hatten, beschlossen wir, auch wegen der Kälte mit der Bahn heimzufahren.

Das Museum hat samstags und sonntags 11 bis 17 Uhr geöffnet. Relativ nah ist die Bahnstation (Vias) gelegen. Ein wirklich sehr empfehlenswerter Besuch auch nach Corona.

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news-6797 Thu, 28 May 2020 13:00:12 +0200 Nordbahnhof: Aktives Zuwarten ist keine Option mehr https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/nordbahnhof-aktives-zuwarten-ist-keine-option-mehr/  

Von Felix Weidner

Am Nordbahnhof besteht Handlungsbedarf. Trotz des kürzlich fertiggestellten neuen nördlichen Bahnsteiges mag man dieser These bezogen auf das Gesamtbild kaum widersprechen. Besonders dringlich sind Änderungen in einem Bereich, in dem es nicht um den Komfort der Nutzer*innen, sondern um deren Verkehrssicherheit geht. Gemeint sind in diesem Fall nicht die bahntechnischen Anlagen, sondern die Straßenbahnhaltestelle am Nordbahnhof. Die den sehr zahlreichen dort ein- und aussteigenden Fahrgästen zur Verfügung stehende Haltestellenbereiche sind teilweise gerade mal 1,50 m breit und verfügen über keine Abtrennung zu der dahinterliegenden schnell befahrenen Fahrbahn des Kfz-Verkehrs.  Ein angemessener Sicherheitsraum zu den angrenzenden Verkehrsflächen ist nicht vorhanden.

Gefährliche Situation beim Aussteigen

Selbst für erwachsene Nutzer*innen des Bahnsteiges stellt sich hierdurch insbesondere bei gleichzeitig stattfindendem Verkehr auf der Fahrbahn und dem Gleiskörper eine bedrohliche und objektiv gefährliche Situation ein. Für schwache Verkehrsteilnehmer wie Rollstuhlfahrer aber auch Kinder ist die Situation gänzlich untragbar und die Anlage faktisch nicht nutzbar. Dort wo eine Abtrennung zur Fahrbahn hin vorhanden ist, ist aufgrund der räumlichen Enge das Aussteigen mit Kinderwagen oder Rollstuhl zudem quasi ausgeschlossen.

Nicht nur aus Gründen der Förderung des ÖPNV, sondern auch vor dem Hintergrund des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) sowie der Betriebsordnung Straßenbahnen (BOStrab) sind Anlagen der Straßenbahn sicher zu gestalten und zu betreiben. Diese Anforderung wird im Bereich der Straßenbahnhaltestelle Nordbahnhof aktuell nicht erfüllt. Diese Einschätzung bestätigt ein inzwischen vom VCD-Kreisvorstand eingeschalteter Fachanwalt.

Angesichts dieser objektiven Gefahrenlage hätte das Regierungspräsidium Darmstadt (RP) in seiner Rolle als Technische Aufsichtsbehörde Straßenbahn längst einschreiten und Auflagen als Voraussetzung für den Weiterbetrieb erlassen müssen. Auch den im vergangenen Jahr gestellten Antrag des VCD, entsprechend tätig zu werden, lehnt das RP bisher mit der Begründung ab, eine Betriebsuntersagung sei unverhältnismäßig.

Auch der VCD-Kreisvorstand wünscht sich dies nicht. Den Weiterbetrieb der Anlage unter den gegebenen Rahmenbedingungen halten wir jedoch für nicht vertretbar. Insbesondere ist die Argumentation von RP und Stadt weder inhaltlich noch rechtlich haltbar, dass ein Eingreifen nicht erforderlich bzw. möglich sei, weil es in dem Bereich in der Vergangenheit kein auffälliges Unfallgeschehen gegeben habe.

Gerichtsurteile zum Thema

Die Unfallstatistik gibt keine Auskunft über Gefahren, sondern nur über eingetretene Schäden. Nach der seit 2010 geltenden Spruchlinie des Bundesverwaltungsgerichtes liegt eine Gefahrenlage jedoch nicht erst dann vor, wenn ohne ein Handeln der Straßenverkehrsbehörde mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zusätzliche Schadensfälle zu erwarten wären. Vielmehr reicht es aus, dass eine entsprechende konkrete Gefahr besteht, die sich aus den besonderen örtlichen Verhältnissen ergibt (BVerwG, Urteil vom 23.09.2010 - 3 C 37.09). Das Bundesverwaltungsgericht fordert also die antizipativ vorausschauende Gefahrenbeurteilung und nicht die statistisch rückschauende Schadensbeurteilung.

Noch deutlicher wird das Verwaltungsgericht Neustadt (Weinstraße) in Anwendung der zuvor dargestellten Spruchlinie in seinem Urteil vom 20.09.2019 – 3 L 272/18.NW, dass „bei derart hochrangigen Rechtsgütern wie Leib, Leben und Gesundheit […] ein behördliches Einschreiten bereits bei einer geringeren Wahrscheinlichkeit des Schadenseintritts zulässig und geboten [ist]. Eine an Sicherheit grenzende Wahrscheinlichkeit wird daher von § 45 Abs. 9 Satz 2 StVO nicht gefordert (s. BVerwG, Urteil vom 23. September 2010 – 3 C 37/09 –, Rn. 27, juris).“

Ein weiteres aktives Zuwarten von RP und Stadt auf einen schweren Unfall ähnlich wie beim Willy-Brand-Platz im Jahr 2004, wo ein Kind unter einen Bus geriet und schwer verletzt wurde, ist nicht vertretbar. In Folge dieses Unfalls wurde die Situation dort damals binnen Stunden durch Verbreiterung der Wartebereiche an der Süd- und Ostseite durch vorläufige Sperrung von Fahrstreifen behelfsmäßig und anschließend sehr zeitnah dauerhaft durch fest installierte Poller und Anhebung der Flächen auf Haltestellenniveau zulasten des Kfz-Verkehrsraumes verbessert. Die Veränderungen sind noch heute erkennbar und haben die Situation nachhaltig verbessert.

Durch die Sperrung des jeweils angrenzenden Kfz-Fahrstreifens wären z. B. auch im Bereich der Straßenbahnhaltestelle Nordbahnhof entsprechende Verbesserungen kurzfristig möglich. Da uns das RP diesbezüglich mit der Zuständigkeit an die Stadt Darmstadt als Verkehrsbehörde verwiesen hat, haben wir den Oberbürgermeister als Untere Straßenverkehrsbehörde Anfang März gebeten, entsprechend tätig zu werden. Sofern eine zeitnahe Reaktion noch im März 2020 ausbleibt, wird der VCD Kreisvorstand das Verwaltungsgericht in der Sache anrufen.

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news-6796 Thu, 28 May 2020 12:35:19 +0200 Klimaentscheid vor dem nächsten Schritt https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/klimaentscheid-vor-dem-naechsten-schritt/  

Wer seid ihr?

Heike Böhler: Ich promoviere und bin wissenschaftliche Mitarbeiterin an der TU Darmstadt. Ich forsche und lehre mit einem Schwerpunkt in der Klimapolitik.

Björn Schulz: Ich studierte Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt. Parallel bin ich bei Fridays for Future aktiv.

Wie kamt ihr zum Klimaaktivismus?

Björn: Bei Fridays for Future stellte sich uns die Frage, wie wir unsere Forderungen wirkmächtig an die Politik herantragen können. Wir waren bereits mit Initiativen wie dem Radentscheid und weiteren Organisationen vernetzt. Hier hat sich als Instrument ein Bürgerbegehren angeboten. Bürgerbegehren waren zu diesem Zeitpunkt in Darmstadt ja schon einige bekannt.

Heike: Ich war bereits bei Scientists for Future aktiv. Uns gingen die Schritte der Politik zu langsam. Wir wollen Tempo machen und die Politik zur Umsetzung von Maßnahmen bringen, damit sie es nicht bei Ankündigungen belassen kann.

Warum Bürgerbegehren? Habt ihr gewisse Mittel verworfen?

Heike: Es braucht weiterhin Demos und Engagierte in den Parteien. Konkrete und verbindliche Forderungen haben uns bisher gefehlt - und dafür ist ein Bürgerbegehren eine wichtige Ergänzung.

Wie viele Leute sind Klimaentscheid aktiv?

Björn: Im Kern sind es 10 bis 15 Menschen, wobei der Altersdurchschnitt eher niedrig ist: Wir sind mehrheitlich Schüler*innen, Studierende und Menschen, die gerade in den Beruf eingestiegen sind.

Heike: Unterstützung kommt von Parents vor Future und Scientists for Future.

Wie lange habt im Vorfeld geplant?

Björn: Im Mai 2019 haben wir die ersten Treffen abgehalten. Von da an haben wir uns vernetzt, Wissen gesammelt und Mitglieder geworben. Auch Expert*innen wie vom Institut für Energie- und Umweltforschung (ifeu) in Heidelberg und der Hochschule Darmstadt (h_da).

Unterschriften haben wir ab dem 27. August 2019 gesammelt und hatten am 1. Dezember 5.500 Unterschriften zusammen. Die haben wir anschließend offiziell übergeben.

Habt ihr seitdem etwas von der Stadt gehört?

Heike: Die Stadtspitze hat die Forderungen zwar grundsätzlich begrüßt, aber auf eine umfangreiche Prüfung verwiesen. Offensichtlich hat unser Begehren aber schon einige interne Prozesse angestoßen.

Welche?

Heike: Offizielle Statements gibt es nicht, aber es sickern Informationen durch. Viele Stellen innerhalb der Stadtverwaltung überdenken ihr bisheriges Programm, nicht zuletzt, weil parallel ein Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur höchsten Priorität für den Klimaschutz vorliegt und Gruppen wie Klimanotstand und große Demonstrationen Bewegung in die Sache bringen.

Björn: Am 20. September waren über 10.000 Menschen für das Klima auf der Straße. Das war die größte Demonstration, die es je in Darmstadt gab. Im Moment überschattet zwar die Gesundheitskrise wegen Corona alles andere, aber das rechtfertigt nicht das quasi vollständige Schweigen der Stadtspitze. Sie ist jetzt am Zug.

Heike: Wir haben breit gefächerte Forderungen bei Verkehr, Wohnen, Bauen etc. Wir würden uns über eine transparentere Kommunikation freuen. Außerdem ist 2030 nicht weit weg und bis dahin muss die Klimaneutralität erreicht sein. Ein wenig wird im Klimabeirat der Stadt gesprochen, in dem wir jetzt auch Mitglied sind. Das Gremium hat aber bislang noch wenig Ergebnisse produziert.

Ihr habt euch 11 Ziele gesteckt. Was beinhalten diese?

Heike: Unser Ziel 1 greift das Pariser Klimaschutzabkommen auf. Darin sind 1,5 °C globale Erwärmung als Maximum definiert. Jedes Zehntel Grad mehr sorgt für schwerwiegende Folgen für Menschen und Umwelt. Heruntergebrochen auf Darmstadt bedeutet das, dass wir bis spätestens 2030 klimaneutral sein müssen. Hier müssen die einzelnen Sektoren ihren Treibhausgasausstoß drastisch senken.

Welche Rolle spielt der Verkehr für das Klima?

Björn: Von 1990 bis heute hat der Verkehrssektor am wenigsten CO2 eingespart. Hier sind die greifbarsten Erfolge zu erwarten. Beim Bürgerticket setzen wir beispielsweise auch auf einen psychologischen Effekt: Neubürger*innen sollen ein kostenloses ÖPNV-Ticket erhalten und ihre neue Sicht sprichwörtlich erfahren. Langfristig setzen wir so auf eine Verhaltensänderung hin zu mehr ÖPNV, Rad- und Fußverkehr.

Heike: Im Verkehrsbereich hat die Stadt mit Blick auf Land und Bund die größten Spielräume. Härtere Maßnahmen wie eine flächendeckende Parkraumbewirtschaftung müssen dabei mit neuen Alternativen und Angeboten verknüpft werden, damit wir alle Bürger*innen mitnehmen. Aus unserer Sicht führt nur eine Kombination von attraktiven Angeboten und restriktiven Regelungen zum Erfolg.

Wie sieht es bei Bauen und Wohnen aus?

Heike: Bauen und Wohnen benötigt heute große Mengen fossiler Energie. Bei sinkenden Energiekosten wird auch weniger CO2 verbraucht und werden Mieter*innen entlastet. Wir fordern die Stadt und ihren Bauverein auf, größer zu denken und Pläne vorzulegen.

Björn: Im Vergleich zu Freiburg oder Tübingen hat Darmstadt wenig Innovatives vorzuweisen. In den genannten Städten gibt es verpflichtende Photovoltaik-Anlagen (PV) und es sind klimaneutrale Baustoffe wie Holz und Lehm vorgeschrieben.

Heike: Gerade beim Neubau müssen höchstmögliche Standards gesetzt werden. Im hessenweiten Vergleich der 10 größten Städte nimmt Darmstadt Platz 10, also das Schlusslicht ein, wenn es darum geht, wie viel nutzbare Flächen mit PV-Anlagen belegt sind. Photovoltaik rechnet sich für den Klimaschutz und wirtschaftlich für Bauherr*innen.

Welchen Beitrag leistet eure Forderung nach mehr Stadtbegrünung?

Heike: Pflanzen binden CO2. Klimaschutz und Lebensqualität gehen hier Hand in Hand. Menschen fühlen sich wohler – auch bei durch den Klimawandel heißeren Sommern sorgt Stadtgrün für mehr Abkühlung.

Warum muss auch die Wärmeversorgung erneuerbar werden?

Heike: Heute dominieren Gas und Ölheizungen unsere Gebäudeheizungen. Wir wollen mehr erneuerbare Energien im Fernwärmenetz. Viel Sonnenenergie und industrielle Abwärme bleibt heute ungenutzt. Trotz Klimaerwärmung muss im Winter noch geheizt werden.

Wo muss die Stadt ihre Vorbildfunktion ausspielen?

Björn: Die Stadt muss beispielsweise im Divestment Vorbild sein. Divestment bedeutet, dass die Stadt klimaschädliche Geldanlagen abzieht.

Heike: Die Stadt muss auch heute schon handeln und z. B. auf allen städtischen Gebäuden, wo das technisch sinnvoll ist, eine PV-Anlage installieren. Heute hat die Stadt etwa 845 Gebäude in ihrem Immobilienmanagement. Davon verfügen nur 35 über eine PV-Anlage. Die meisten Schulen haben keine PV Anlage, aber große Flachdächer. Schüler*innen könnten durch den Ausbau der Solarenergie an ihrer eigenen Schule vor Ort lernen, welche positiven Effekte die Technik mit sich bringt.

Unsere Analyse mithilfe des hessischen Solarkatasters liefert allein auf den Schuldächern, Schulturnhallen und Schwimmbädern ein hebbares Potenzial von circa 2.067.000 kWh Sonnenenergie pro Jahr. Darmstadt könnte hier allein auf eigenem Eigentum die bisherige Solarproduktion der gesamten Stadt um 27% steigern.

Euer letztes Ziel bezieht sich auf den Strommix: Welchen Strommix hat die ENTEGA heute?

Heike: Private Neukunden bekommen Ökostrom. Es gibt aber noch Altverträge. Soweit wir es überblicken, nutzt die Stadtverwaltung selbst bereits 100 % erneuerbare Energien.

Björn: Im Gesamtmix der ENTEGA sind noch rund 10 % fossil, aus denen sie aussteigen muss.

Wie geht mit dem Bürgerbegehren weiter?

Heike: Noch ist alles offen. Wir warten auf die Rückmeldung der Stadt. Wir rechnen aber damit, dass die Stadt mit Verhandlungen auf uns zukommt.

Plant ihr wieder Aktionen?

Björn: Eigentlich wollten wir auch im Rahmen der nächsten Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung weiter demonstrieren. Wegen Corona ruht das vor Ort und wir prüfen Alternativen wie Online-Aktionen.

Heike: Die inhaltliche Vorbereitung geht weiter, aber die Gesundheit aller geht vor.

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news-6794 Thu, 28 May 2020 11:51:42 +0200 Darmstadt auf dem Weg zur Fahrradstadt https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/darmstadt-auf-dem-weg-zur-fahrradstadt/  

Von David Grünewald

Radstrategie beschlossen

2019 kam noch ein Beschluss zur Radstrategie hinzu. Verteilt auf die fünf Handlungsfelder Strategie, Infrastruktur, Information/Kommunikation, Arbeitsstrukturen und Anreizförderung wurden 23 Ziele gesteckt. Auf allen Feldern wird gearbeitet. Mit dem in der Radstrategie aufgeführten Sofortmaßnahmenprogramm wurde schon zuvor begonnen. Der Parlamentsvorbehalt für große Maßnahmen ist keinesfalls aufgehoben, aber die politische Denk- und Machbarkeit ist eine andere geworden. Heute steht die überwiegende Mehrheit der Stadtverordneten hinter dem Umbau Darmstadts zur Fahrradstadt. Das neue politische Bekenntnis ist der wichtigste Erfolg. Zuvor wurde gerne und ausgiebig um jeden Quadratmeter öffentliches Straßenland gestritten, das vom motorisierten Verkehr den Menschen im ÖPNV, Fuß- oder Radverkehr zurückgegeben werden sollte.

Neuer politischer Mut

Jetzt traut sich die Regierungskoalition zu, auch Parkstände oder Fahrstreifen in Verkehrsflächen für das Fahrrad umzuwandeln. Für großes Aufsehen sorgte beispielsweise die Umgestaltung der Mittleren Rheinstraße, die schon das Cover der Kettenblatt-Ausgabe 1/2019 zierte. Bürger*innen und Medien befürworten die Maßnahmen, was der Sache Vorschub leistet. Beispielsweise sind 2019 auch Parkstände in der Teichhausstraße weggefallen und die Radfahrstreifen entsprechend breiter geworden, ohne dass bei der Bürgerbeauftragten oder dem Oberbürgermeister auch nur eine einzige Beschwerde aufgelaufen wäre.

Quartalsberichte

Seit Anfang 2019 erscheinen jedes Quartal Berichte über umgesetzte Maßnahmen an der Radverkehrsinfrastruktur. Alle Maßnahmen zu beschreiben, würde hier den Rahmen sprengen, weshalb hier nur die wichtigsten beschrieben werden.

Hauptstraßen

Entlang der Heidelberger Straße wurde der westliche Geh- und Radweg von der Rüdesheimer Straße bis zum Grenzweg auf einer Länge von 1,2 km grundständig saniert und auf 3,50 m Breite mit glattem Asphalt ausgebaut. Davor gab es ein sehr unebenes Pflaster und besonders bei Regen große Pfützen. Die Breite des Weges ist durch die Doppelallee beschränkt.

Eine weitere Verbesserung der Heidelberger Straße wurde zwischen Annastraße und Heinrichstraße umgesetzt. In der nördlichen Fahrtrichtung wurde der bauliche Radweg deutlich verbreitert und ein Radfahrstreifen im Kreuzungsbereich mit der Heinrichstraße auf 2,50 m aufgeweitet. Der Gehweg wurde mit Pollern vor falsch abgestellten PKW geschützt. In der Gegenrichtung wurden die Parkstände entfernt und ein baulicher Radweg in 2,30 m statt der vorher ungeschützten Radverkehrsführung in der Türzone von PKWs angelegt.

In der Bismarckstraße wurden zwischen Am alten Bahnhof und der Kasinostraße der Radfahrstreifen auf 2,50 m verbreitert und die Parkstände entfernt. Auf dem Gehweg unterbinden Poller das Falschparken. Im Knoten mit der Kasinostraße wurden die Haltlinie des Kraftverkehrs um 5 m nach hinten versetzt und ein Trixi-Spiegel montiert, um bessere Sichtbeziehungen zu gewährleisten.

Die Rheinstraße hat zwischen Neckarstraße und Grafenstraße einen 2,30 m breiten mit Pollern geschützten und rot eingefärbten Radfahrstreifen erhalten. Außerdem wurden auf der Südseite erstmals Bügel zum Anschließen von Fahrrädern aufgestellt, die gleichzeitig illegales Parken unterbinden.

In der Heinrichstraße und in der Kirchstraße wurde das Tempo ganztags auf 30 km/h gedrosselt. Zuvor durfte dort tagsüber noch schneller gefahren werden. Aus Gründen der Unfallverhütung, des Lärmschutzes und der Luftreinhaltung konnte hier eine Verbesserung erzielt werden.

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news-6750 Mon, 18 May 2020 16:05:00 +0200 Bundesweiter Aktionstag „Pop-Up Bike-Lanes“ https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/bundesweiter-aktionstag-pop-up-bike-lanes/ Deshalb beteiligt sich der VCD zusammen mit vielen anderen Gruppen an dem von Greenpeace ins Leben gerufenen  Aktionstag „Pop-Up Bike-Lanes“.

Popup-Termine am 23.05.2020:
Offenbach: 10:00 Uhr, Waldstr. / Marienstr
Wiesbaden: 10:00 Uhr, Wilhelmstraße
Kassel: 11:00, Weserstraße 6
Darmstadt: 12:00, Rheinstraße Hausnummer 82 / Haltestelle Berliner Allee
Frankfurt: 14:00 Uhr, Messe / Hammering-Man

Seid dabei und macht mit!

Euer VCD Hessen

Weitere Infos zum Projekt: strasse-zurueckerobern.de/

Der Aktionstag Pop-Up Radwege wird von einem breiten (und im jeweiligen Ort variirenden)  Bündnis getragen: Greenpeace, VCD, adfc, BUND, FUSS e.V., Radentscheide Darmstadt – Frankfurt – Kassel, TransitionTown, Fridays for Future u.v.a..

 

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news-6747 Sun, 17 May 2020 13:56:09 +0200 „Radentscheid-Offenbach“ am Start https://hessen.vcd.org/startseite/detail/news/radentscheid-offenbach-am-start/ Die Initiative Radentscheid sammelt dafür unterschiedliche Meinungen, um einen Bürgerentscheid - ähnlich wie andernorts - vorzubereiten und durchzuführen: www.radentscheid-offenbach.de.

Nach Auffassung der Diskussionsteilnehmer*innen soll damit erreicht werden, dass in Offenbach Rahmenbedingungen hergestellt werden, um mehr Verkehrsteilnehmer*innen zum Umsteigen auf das Fahrrad und den ÖPNV zu ermutigen. Das heißt, „es soll wieder Lust machen, angstfrei stärker das Rad für Freizeit und Beruf zu nutzen“. Doch dafür „müssen“, so die Organisatoren, „die Voraussetzungen stimmen“. Als Beispiele werden von ihnen der Ausbau sicherer Radwege, eine stadtweit ausreichende Zahl an Abstellplätzen für Fahrräder sowie die Berücksichtigung von zu förderndem Radverkehr bei allen privaten und öffentlichen Bautätigkeiten in den Bereichen Wohnen und Gewerbe genannt.

Damit die Ziele der ersten Überlegungen umgesetzt werden, wird im Moment von der „Initiative Radentscheid“ transparent mit einer „Mängelmelder-Plattform“ Bilanz gezogen, wo Versäumnisse der örtlichen Verkehrspolitiker und Stadtplaner liegen und wo es im Straßenraum Verbesserungsbedarfe gibt. Die bisherigen Diskussionen sollen in einen Forderungskatalog der Offenbacher münden, der mit ausreichend gesammelten Unterschriften in einem von der städtischen Verwaltung zu erarbeitenden Mobilitätskonzept zu berücksichtigen ist. Die in ihm festgelegten Leitlinien wären dann rechtlich bindend und zukünftig bei allen kommunalen Infrastrukturmaßnahmen umzusetzen.

Ermutigt werden die Initiatoren von im Moment 34 in ganz Deutschland durchgeführten Radentscheiden. Jetzt ist also überparteiliches Engagement von Offenbacher*innen für die Entwicklung des Forderungskatalogs, die Durchführung von unterschiedlichen Aktionen und das Sammeln von Unterschriften gefordert. Alle Interessierten können sich unter folgender E-Mail-Adresse melden: mitmachen@radentscheid-offenbach.de.

 

Twitter: @radentscheidOF

Facebook: https://www.facebook.com/RadentscheidOffenbach/

Website: www.radentscheid-offenbach.de 

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