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Busverkehr: VCD Gießen fordert Verbesserungen für Fernwald

Der VCD fordert den ZOV, den Landkreis und die Kommunen Fernwald und Reiskirchen auf, bis Ende des Jahres, ein neues Bus-Konzept für Fernwald zu erarbeiten, das deutliche Angebotsverbesserungen vorsieht.

Gießen, 08.03.2021

„Für einen attraktiven ÖPNV“ (CDU), „Vorfahrt für den ÖPNV“ (SPD), „dem ÖPNV kommt eine Schlüsselrolle zu“ (FDP), „mehr Menschen steigen auf den ÖPNV um, wenn er attraktiver und Nutzer*innenfreundlicher wäre“ (Grüne), „Ausbau des ÖPNV im Landkreis“ (Die Linke), „Die Stadtbuslinien müssen auf den Landkreis ausgebaut werden.“ (Freie Wähler) – quer durch die Parteienlandschaft werden im Wahlkampf Verbesserungen im ÖPNV versprochen.
Der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) fordert die Politik auf, diesen Worten nach der Wahl auch Taten folgen zu lassen. Erster Prüfstein sei hier die Busverbindung zwischen Gießen und Fernwald mit den Linien GI-21 und GI-22. Diese stehe demnächst zur Ausschreibung an. Die vom Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) kürzlich im EU-Amtsblatt veröffentlichte Vorinformation weise für die Linie GI-21 (Gießen – Annerod – Reiskirchen) leider gar keine Verbesserungen gegenüber dem bisherigen Fahrplan auf. Auf der Linie GI-22 (Gießen – Steinbach – Albach) werde samstags das Fahrtenangebot um fünf Fahrten ausgeweitet, so wie es der im letzten Jahr beschlossene Nahverkehrsplan (NVP) als Mindestvorgabe vorsehe. Unter der Woche bleibe es beim bestehenden Angebot, lediglich Freitag abends komme noch eine Spätfahrt ab Gießen hinzu. Das Fahrtengebot im normalen Linienverkehr an Sonntag stagniere mit insgesamt fünf Fahrtenpaaren auf niedrigem Niveau, die bislang zusätzlich eingesetzten Anruf-Linien-Taxis werden aber hoffentlich noch gesondert ausgeschrieben.
Die während der Aufstellung des Nahverkehrsplans von verschiedener Seite – so zum Beispiel vom Fahrgastbeirat – geäußerte Kritik, dass der Nahverkehrsplan wenig ambitioniert sei und mit ihm keine nennenswerte Verbesserung des ÖPNV verbunden wäre, bestätige sich damit bereits bei der ersten geplanten Vergabe nach Verabschiedung, so Gerhard Born für den VCD: „Mit ein paar zusätzlichen samstäglichen Fahrten zwischen Steinbach und Gießen werden keine Autofahrer zum Umsteigen animiert.“ Die Aussage seitens des ZOV, es handele sich beim NVP nur um ein Rahmenplan und Detailplanungen mit Verbesserungen über den Mindeststandard hinaus könnten folgen, habe für Fernwald scheinbar keine positiven Auswirkungen gebracht.
Der VCD fordert den ZOV, den Landkreis und die Kommunen Fernwald und Reiskirchen auf, bis zur endgültigen Ausschreibung der beiden Linien Ende des Jahres, ein neues Bus-Konzept für Fernwald zu erarbeiten, das deutliche Angebotsverbesserungen vorsehe. Schließlich werde hier über den Busverkehr für die nächsten zehn Jahre bestimmt. Eine abseits der Bahnlinien liegende Kommune im unmittelbaren Umland der Universitätsstadt müsse unter der Woche in der Regel halbstündlich, am Wochenende stündlich angefahren werden. So wie dies beispielsweise in Wettenberg und Heuchelheim bereits seit Jahren verwirklicht sei. Auch eine Kooperation mit der Stadt Gießen sei zu untersuchen.
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Der VCD hoffe, dass auf die Vorinformation kein eigenwirtschaftlicher Antrag eines Busunternehmers eingehe. Der Kreis habe mit Buslinien, die ein Unternehmer auf eigene Rechnung fährt, sehr schlechte Erfahrungen gemacht. Angebotskürzungen z.B. im Lumdatal, schlechte Qualität und zum letzten Jahresende noch die Aufgabe des Unternehmers auf der Linie 24 nach Lahnau und Wetzlar mit anschließender Notvergabe: Vorfahrt für den ÖPNV gebe es nur, wenn der Kreis auch die Verantwortung übernehme.

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