Darmstadt & Darmstadt-Dieburg
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59 Meldungen in nur sechs Wochen: Die bundesweite VCD-Aktion „Freie Gehwege“ zeigt, dass gefährliches Gehwegparken auch in Darmstadt weit verbreitet ist. Die Stadt gehört zu den zehn Kommunen mit den meisten gemeldeten Verstößen. Der ökologische Verkehrsclub fordert konsequentes Einschreiten.
59 Meldungen in nur sechs Wochen: Die bundesweite VCD-Aktion „Freie Gehwege“ zeigt, dass gefährliches Gehwegparken auch in Darmstadt weit verbreitet ist. Die Stadt gehört zu den zehn Kommunen mit den meisten gemeldeten Verstößen. Der ökologische Verkehrsclub fordert konsequentes Einschreiten.
Darmstadt, 26. Februar 2026. Gehwegparken ist in Darmstadt kein Randphänomen, sondern Alltag – mit teils gravierenden Folgen für die Sicherheit von Fußgänger*innen. Das belegen 59 Meldungen aus dem Stadtgebiet, die im Rahmen der bundesweiten Aktion „Freie Gehwege“ des ökologischen Verkehrsclubs VCD eingegangen sind. Damit zählt Darmstadt zu den zehn Städten mit den meisten Meldungen deutschlandweit.
Dabei ist die Rechtslage eindeutig: Nach der Straßenverkehrsordnung ist das Parken auf Gehwegen grundsätzlich verboten. Es ist nur dann zulässig, wenn ausreichend Platz bleibt, sodass Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrende auch im Begegnungsverkehr ungehindert passieren können. Die Auswertung der Meldungen zeigt jedoch, dass diese Vorgabe in vielen Fällen nicht eingehalten wird.
„In nahezu jedem Stadtviertel gibt es Straßenabschnitte, in denen Passant*innen weniger als ein Meter Platz bleibt“, berichtet Sabine Crook vom VCD Darmstadt-Dieburg. „Das ist besonders problematisch für Menschen mit Kinderwagen, Rollstuhl oder Rollator. Häufig bleibt ihnen nichts anderes übrig, als auf die Fahrbahn auszuweichen.“ Lebensgefährlich könne die Situation für Kinder werden, die laut Straßenverkehrsordnung bis zum Alter von acht Jahren mit dem Fahrrad den Gehweg benutzen müssen.
Dass Darmstadt bundesweit zu den Städten mit den meisten gemeldeten Fällen zählt, sieht der VCD als deutliches Warnsignal. „Die hohe Zahl an Meldungen zeigt, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein strukturelles Problem“, erklärt Stephan Voeth vom VCD Darmstadt-Dieburg. „Wenn eine Stadt dieser Größe unter den Top Ten landet, ist das ein klarer Handlungsauftrag an die Kommune.“
Der VCD hat die Stadt Darmstadt daher offiziell aufgefordert, die gemeldeten Orte zeitnah zu überprüfen und geeignete Maßnahmen zu ergreifen. Dazu gehören aus Sicht des Verbandes verstärkte Kontrollen, konsequente Ahndung von Verstößen sowie – wo notwendig – bauliche Maßnahmen, um Gehwege dauerhaft freizuhalten.
Seit Jahren werde das illegale Gehwegparken vielerorts geduldet – zulasten des Fußverkehrs. Stephan Voeth betont: „Es kann nicht sein, dass von Mobilitätsfrieden gesprochen wird, während wir in Darmstadt zu den Spitzenreitern zählt die den Raum für Fußgänger*innen und Rollstuhlfahrende dauerhaft und ungeahndet durch widerrechtlich parkende Autos beschneidet. Wer sichere und lebenswerte Städte will, muss geltendes Recht durchsetzen. Gehwege sind für Menschen da, nicht für Autos.“
Angesichts der bundesweiten Ergebnisse fordert der VCD zudem eine stärkere Priorisierung des Fußverkehrs in der kommunalen Verkehrsplanung. Die hohe Zahl an Meldungen aus verschiedenen Städten zeige, dass Gehwegparken kein lokales, sondern ein bundesweites Problem sei. Kommunen müssten klare Signale setzen: durch konsequente Kontrolle, transparente Kommunikation und eine Neuaufteilung des öffentlichen Raums zugunsten der schwächsten Verkehrsteilnehmenden.
Zum Hintergrund:
Die VCD-Aktion „Freie Gehwege“ lief vom 20. Oktober bis zum 5. Dezember 2025. Diese Online-Karte (https://www.vcd.org/formular-gehwegparken/uebersicht) zeigt alle Meldungen enger Gehwege, die in diesem Zeitraum eingegangen sind. Die zentralen Ergebnisse sind auf der VCD-Webseite (https://www.vcd.org/artikel/vcd-mobi-check-freie-gehwege) zusammengestellt.