Gerne bewerten wir aktuelle Mobilitätsthemen in Hessen aus einer ökologischen und nutzerorientierten Perspektive. Wir stehen für TV- und Radio-Statements zur Verfügung.
Für fundierte Hintergrundartikel oder Gastbeiträge vermitteln wir den Kontakt zum Landesvorstand und den hessischen Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats des VCD.
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VCD Hessen fordert mehr Tempo beim Ausbau der Schiene und schlägt „Hessen-Standard“ vor
Kassel/Frankfurt, 18.09.2025. Zum Tag der Schiene stellt der Verkehrsclub Deutschland (VCD) in Hessen klar: Die dringend nötige bessere Finanzierung des Öffentlichen Nahverkehrs auf der Schiene ist kein alleiniges Bundesthema. Nicht nur die Bundesmittel für Betrieb und Infrastrukturausbau sind hierfür nötig, sondern explizit auch mehr Landesmittel.
Neben den Regionalisierungsmitteln des Bundes und den Finanzmitteln für den laufenden Betrieb sind angemessene Landesmittel entscheidend, um ein besseres Angebot für möglichst viele Menschen in Hessen bereitzuhalten.
„Die Bahn als das Verkehrsmittel für Tourismus und Freizeit hat in Hessen noch viel Potential“, so Till Schäfer, bahnpolitischer Sprecher des VCD Landesvorstands in Hessen, „ebenso wie für Pendelnde und andere Fahrten im Alltag.“
Trotz angespannter Haushaltslage fordern wir die Landesregierung auf, die Bahn in Hessen in den Mittelpunkt der Planungen zu stellen. Denn hier ist Tempo gefragt, um wieder mehr Angebotsqualität zu schaffen.
Hessen-Standard als Mindestangebot definieren
Konkret fordern wir, dass für Hessen ein landesweites Mindestangebot, ein „Hessen-Standard“ der Erreichbarkeit nach Verkehrsachsen, also raumordnerischen Gesichtspunkten definiert wird.
Wir fordern, dass jede Bahnstrecke mindestens stündlich an allen Tagen bedient wird.
Ergänzend bedarf es mehr überregionaler RegionalExpress-Züge im Stundentakt als bisher – beispielsweise zwischen Fulda und Gießen – im täglichen Grundangebot eines neuen Hessen-Takts.
Angebotslücken schließen
Damit Bahnfahrten für die Allgemeinheit als attraktive Alternative zu Autofahrten in Erwägung gezogen werden, bestehen in Hessen derzeit große Angebotslücken, gerade in den Abend-stunden und am Wochenende. Dies ist nicht nur für den Freizeitverkehr, sondern insbesondere auch für Schicht- und Wochenendarbeitende notwendig.
Auch neue Projekte müssen auf die Schiene – und deutlich schneller als bislang. Neben aussichtsreichen Reaktivierungsvorhaben wie der Horloff- oder der Lumdatalbahn gibt es viele weitere sinnhafte reaktivierbare Bahnstrecken in Hessen.
Kostendruck gestiegen
Wir sehen, dass der Kostendruck bei den Aufgabenträgern massiv angestiegen ist: Seien es die Lohn- und Personalkosten, die Energiepreise und deutlich teurere Fahrzeuge, insbesondere bei der Dekarbonisierung, also der Umstellung von Dieselfahrzeugen auf Batterietriebwagen.
An vielen Stellen – Beispiele sind die schon lange überlastete Rheingaulinie oder die vielen RegionalExpress-Linien – sind längere oder zusätzliche Züge nötig, um den täglichen Bedarf auch am Wochenende zu decken.
Durch den Entfall von Fernverkehrszügen – zwischen Frankfurt und Kassel sowie Frankfurt und Siegen – müssen zusätzliche schnelle Regionalzüge kommende Lücken füllen:
Gerade zwischen Gießen und Siegen bietet es sich an, den RegionalExpress 9 aus Aachen und Köln zweistündlich bis Gießen zu verlängern, um umsteigefreie und damit verlässliche Verbindungen nach Nordrhein-Westfalen zu schaffen.
Leider hat auch das Deutschland-Ticket zu Einnahmeausfällen bei allen hessischen Aufgabenträgern geführt. Um hier die Zahl der Nutzenden zu steigern, braucht es Verlässlichkeit, Preisstabilität und wertschätzende klare Kommunikation, die es den Kunden einfach macht, Bus und Bahnen zu nutzen.
Wir fordern die Landesregierung und Verkehrsminister Kaweh Mansoori auf, den Infrastrukturausbau sowie die auskömmliche Finanzierung des Nah- und Regionalverkehrs auf Platz Eins ihrer Überlegungen zu setzen.
Das bedeutet Elektrifizierungen anzugehen, Engpässe zu beseitigen, um Verspätungen zu reduzieren, und allen Hessinnen und Hessen endlich ein verlässliches und attraktives Angebot zu unterbreiten.