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Frankfurt & Rhein-Main
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40 Jahre Straßenbahnrettung in Frankfurt

Es muss im Frühjahr 1985 gewesen sein, dass wir im Plenum der damaligen Bürgerinitiativen gegen den Bau der Stadtautobahnen A 66 und A 661 im Frankfurter Osten über unsere Alternativen zum Autobahnbau diskutiert haben. Da wurde daran erinnert, dass die damalige CDU-Stadtregierung und der Frankfurter Verkehrs- und Tarifverbund FVV im Herbst 1986 die „schienenfreie Innenstadt“ umsetzen wollten. Mit der Eröffnung der neu gebauten U-Bahn-Strecke der U6 und U7 unter der Bockenheimer Landstraße, Hauptwache und Konstablerwache sollten alle Straßenbahnlinien in der Innenstadt gekappt werden.  Die Folge wäre gewesen, dass die Fahrgäste der Straßenbahnen an den Innenstadträndern auf unterirdische Verkehrsmittel hätten umsteigen müssen, um ihre Ziele in der Innenstadt oder am anderen Ende der Stadt zu erreichen. Das wäre eine riesige Verschlechterung im ÖPNV gewesen.

In diesem besagten Plenum der Anti-Autobahn-Initiativen (Aktion Moloch Autobahn und andere) wurde beschlossen, den Kampf gegen die anstehenden Planfeststellungsverfahren für A 661 und A 66 für eine Zeit auszusetzen und sich in einer konzertierten Aktion für die Erhaltung der Straßenbahn einzusetzen. Die neu formierte Aktion „Rettet die Straßenbahn“ beschloss, ein Bürgerbegehren durchzuführen – ein Bürgerentscheid mit Entscheidungsgewalt der Bürgerinnen und Bürger gab es damals noch nicht in der Hessischen Gemeindeordnung. Der Aktion schloss sich ein breites Bündnis von Verkehrs- und Umweltinitiativen und Organisationen, Sozialverbänden, Kirchengemeinden, die oppositionellen Parteien, Gruppen in Altenheimen und Freundes- und Nachbarschaftskreise an.

Bis Mitte 1986 hatten 65.000 Frankfurter Bürger und Bürgerinnen die Forderungen nach Erhalt der Straßenbahnen in der Innenstadt unterschrieben. Nachdem wir unsere Forderungen in der Stadtverordnetenversammlung vorgetragen haben, beschloss die CDU-Stadtregierung dennoch, das Bürgervotum zu ignorieren und die „schienenfreie Innenstadt“ durchzusetzen.

In der Zwischenzeit hat jedoch der Darmstädter Regierungspräsident von unserem breiten Widerstand erfahren. Die Argumente haben ihm weitgehend eingeleuchtet. Am 12. September 1986 verfügte er, dass die damals über die Altstadtstrecke fahrenden Straßenbahnlinien 14, 15 und 18 weiter betrieben werden mussten. Damit durfte die Altstadtstrecke nicht abgerissen werden, wie es mit allen anderen Strecken in der Innenstadt geschah. In den Folgejahren wurde die Altstadtstrecke damit zum Kern eines Wiederausbaus des Frankfurter Straßenbahnnetzes, wie wir es heute kennen. Mit nutzerfreundlichen, umsteigefreien Durchmesserlinien von äußeren Stadtteilen quer durch die Stadt.

Daran erinnern wir mit unserer Veranstaltung am Freitag, 18. Sptember 2026 von 16 bis 19 Uhr auf dem Paulsplatz. Natürlich sprechen wir auch über die Bedeutung der Altstadtstrecke für das heutige ÖPNV-Netz und unsere weiteren Verbesserungswünsche. Wir laden alle, denen die Straßenbahn auch heute am Herzen liegt, zur Teilnahme ein.

Willi Loose

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