Hessen, Landesverband Hessen, Frankfurt & Rhein-Main, Pressemitteilung

P+R-Potentiale im Stadtgebiet Frankfurt

Ein Tropfen auf den heißen Stein 

VCD fordert Umlandkommunen auf mitzuwirken

Die Stadt Frankfurt hat die P+R-Potentiale im Stadtgebiet untersuchen lassen und die Ergebnisse heute vorgestellt. Wer eine deutliche Entlastung des Stadtverkehrs durch das Pendlerparken am Stadtrand erwartet hat, wird enttäuscht sein. Mehr als einen Tropfen auf den heißen Stein wird es nicht geben, urteilt Mathias Biemann, Sprecher der Regionalgruppe Rhein-Main des Verkehrsclub Deutschland (VCD).

Zwischen vier- und fünfhunderttausend Berufstätige pendeln täglich nach Frankfurt am Main ein. Etwa 60% von ihnen kommen mit dem Auto und sorgen für verstopfte Straßen und schlechte Luft. P+R am Stadtrand soll die Situation entschärfen. Etwa 2.000 Parkplätze gibt es schon, mit viel Aufwand könnten diese verdoppelt werden. 
„Das wäre ein Angebot für weniger als 2% der Pendlerinnen und Pendler“, hat Mathias Biemann errechnet und damit sollte es seiner Meinung auch gut sein. „Frankfurt leidet unter Platz- und Wohnungsmangel. Wohnungen werden deshalb im Umland gebaut. Auf ein ÖPNV-Angebot für die neuen Landmenschen wird von den Kommunen dann leider gerne verzichtet. Zu teuer und unrentabel, Straßen bauen ist unkomplizierter“, kritisiert Biemann die gängige Praxis. Dabei bräuchte gar nicht jedes Dorf ein dichtes ÖPNV-Netz um die Situation zu verbessern. „P+R in der Fläche, nicht zu weit entfernt von den Wohnorten, mit einem Netz von kleineren Parkplätzen, die an einer leistungsfähigen ÖPNV-Achse liegen, wären ein sinnvolles Angebot und umweltverträglicher, als neue Monsterparkhäuser im überlasteten Stadtgebiet von Frankfurt zu bauen und alle dort mit dem eigenen Auto hinfahren zu lassen“, ist er überzeugt. Zumal die Kombination mit dem ÖPNV für längere Fahrtwege dank des Deutschlandtickets auch die private Haushaltskasse deutlich entlastet. Das Land Hessen, die Kreise und Kommunen müssen endlich gemeinsam mit der Stadt Frankfurt eine Lösung finden und anbieten, dann wäre das Pendeln für Mensch und Umwelt keine so große Belastung mehr. 

 

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