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S-Bahn wendet vorzeitig – Fahrgäste oft zu spät informiert

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalgruppe Rhein-Main, das Bündnis Verkehrwende Frankfurt und der Fahrgastverband PRO BAHN (Rheinland-Pfalz/Saarland) haben sich in einem offenen Brief an den RMV und die Deutsche Bahn gewandt. Darin kritisieren wir die mangelhafte Fahrgastinformation bei sogenannten vorzeitigen Wenden verspäteter S-Bahnen im Rhein-Main-Gebiet, bei denen Züge ihr Fahrtziel nicht erreichen.

Derzeit werden Fahrgäste häufig erst wenige Minuten vor Erreichen des vorzeitigen Endbahnhofs über die Wende informiert. Zu diesem Zeitpunkt ist es kaum noch möglich das Ziel mit einer alternativen Verbindung auf anderem Weg noch schnell zu erreichen.

In den vergangenen Jahren hat die Unzuverlässigkeit der S-Bahn deutlich zugenommen. Gerade deshalb ist eine frühzeitige und verlässliche Information für Fahrgäste entscheidend“, weiß Mathias Biemann, Sprecher der VCD Regionalgruppe Rhein-Main, aus eigener Erfahrung als täglicher S-Bahnpendler.

Daher fordern wir als Verbände klare Mindeststandards für die Fahrgastinformation. „Eine vorzeitige Wende sollte mindestens 15 Minuten vor Erreichen des betroffenen Endbahnhofs angekündigt werden, sowohl durch Durchsagen im Zug als auch in den Apps und auf den Bahnsteiganzeigen“, so Willi Loose, Sprecher des Bündnis Verkehrswende Frankfurt weiter.

Es muss aber auch wieder an einer Verbesserung der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit aller S-Bahnlinien gearbeitet werden. „Wenn alles super laufen würde und alle S-Bahnzüge pünktlich wären, müsste erst gar nicht über vorzeitige Wenden nachgedacht werden“, so Martin Mendel, regelmäßiger Nutzer der S8 und Mitglied des PRO BAHN-Landesvorstands Rheinland-Pfalz/Saarland.

 

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