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Magnetschwebebahn zum Ostfeld: Teuer, umweltschädlich und rückwärtsgewandt

Der Verkehrclub Deutschland (VCD) Wiesbaden unterstützt den Antrag der SPD und Linken in der Stadtverordnetenversammlung und kritisiert die Pläne der Koalition für eine Magnetschwebebahn im Baugebiet Ostfeld scharf. Eine Magnetschwebebahn auf Stelzen wäre eine Insellösung, die sich weder ins Stadtbild noch ins ÖPNV-Netz integrieren ließe. Daran sind bisher alle deutschen Projekte für aufgeständerte Bahnen im Stadtraum gescheitert – jüngstes Beispiel ist die Entscheidung Nürnbergs statt einer Magnetbahn das bestehende Straßenbahnnetz zu verlängern. Die geplante Machbarkeitsstudie der Koalition dient daher nur als kostspieliges Alibi für den Aufschub des Projekts Ostfeld. Wiesbaden braucht aber neue Wohnungen. Ein angespannter Wohnungsmarkt belastet nicht nur die Menschen, sondern hemmt auch die wirtschaftliche Entwicklung. Nur wenn die Lebensqualität in der Region stimmt, wozu ein funktionierendes und leistungsfähiges Nahverkehrssystem und die Verfügbarkeit von bezahlbaren Wohnraum gehören, finden Firmen qualifiziertes Personal.

Der VCD warnt vor dem Trugschluß, eine Magnetschwebebahn sei im Bau und Betrieb günstiger als eine Straßenbahn. Laut Branchenangaben kostet der Bau 30 bis 50 Millionen Euro pro Kilometer – ein Vielfaches dessen, was der Ausbau bestehender Schieneninfrastruktur kosten würde. Da die Stationen über dem Straßenniveau lägen, kämen pro Aufzug und Rolltreppe jährliche Betriebskosten von ca. 17 - 20 Tausend Euro zu den Betriebskosten hinzu. Eine Stelzenbahn ließe sich zudem viel schlechter ins gewachsene Stadtbild integrieren. Betonpfeiler brauchen Platz. Fahrbalken auf Ebene +1 kommen Baumkronen und der Bebauung ins Gehege. Für die Fahrgäste bedeutet eine Magnetbahn Umsteigezwang, da sie weder in die Innenstädte von Wiesbaden und Mainz noch direkt in den Wiesbadener Hauptbahnhof geführt werden kann. 
Mit einer Magnetbahn würde sich Wiesbaden zudem von einem Hersteller abhängig machen. “Dies wäre ein großes Risiko für die Stadt, da im Falle einer Insolvenz oder Übernahme des Herstellers der technische Support eingestellt würde”, erklärt Stephan Kyrieleis als Verkehrsplaner. 
„Während andere Städte längst bezahlbaren Wohnraum schaffen, droht Wiesbaden hier in einer technologischen Sackgasse zu landen – mit unkalkulierbaren Folgekosten für die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler.“
Zudem ist die Magnetschwebebahn alles andere als umweltfreundlich: Der Bau erfordert massive Eingriffe in die Natur, und der Energiebedarf für den Betrieb ist deutlich höher als bei konventionellen Schienensystemen. „Nachhaltige Mobilität sieht anders aus“, so der VCD.

Vorhandene Schienen nutzen – schnell, günstig, zukunftsfähig

Der VCD plädiert dafür, die bereits vorhandenen Schienenverbindungen zu reaktivieren und auszubauen. Auch für eine neue Straßenbahn, die sich im Gegensatz zur Magnetbahn langfristig zu einem Netz ausbauen läßt, darf es kein Denkverbot geben.
„Es gibt bereits heute Lösungen, die wir nutzen können – etwa die Reaktivierung der Bahntrassen oder den Ausbau des Regionalverkehrs“, betont der VCD. „Damit können wir das Ostfeld schnell anbinden und gleichzeitig den ÖPNV für ganz Wiesbaden stärken.“

Forderungen des VCD Wiesbaden

  • Stopp der Magnetschwebebahn-Pläne – realistische Lösungen statt teure und riskante Sonderwege. 
  • Schnelle Anbindung des Ostfelds – Durch Reaktivierung und Modernisierung vorhandener Strecken oder Verkehrssysteme, die sich ins Netz integrieren
  • Nachhaltige Verkehrskonzepte – Mit Fokus auf ÖPNV, Radverkehr und Fußgängerfreundlichkeit.
  • Transparente Kosten-Nutzen-Analyse ohne ideologische Scheuklappen  –  Einbindung des Ostfelds durch Verkehrsmittel, die sich ins bestehende Netz eingliedern lassen, anstatt riskante Sonderlösungen.  

Mehr Informationen zum Projekt Magnetschwebebahn bei Wiesbaden neu bewegen e.V. 

 

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