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Spontane Stellwerksausfälle in Hessen weiter eine Herausforderung - trotz Teilerfolgen

Zwar entfallen seit dem 17. November 2025 die abendlichen Einschränkungen im Bahnbetrieb im Raum Frankfurt-Höchst sowie zwischen Frankfurt Hauptbahnhof und Bad Vilbel, welche durch die Unterbesetzung von Stellwerken bedingt waren.

Dass an manchen Stellen Entlastung eintritt, ist positiv. Aber solange anderswo Stellwerke weiterhin, oft auch spontan, nicht besetzt werden, bleibt eine große Unzuverlässigkeit. Wenn selbst die Grundversorgung nicht gewährleistet werden kann, zeugt dies von einem strukturellen Problem. Die Menschen vor Ort werden dadurch von der Bahnnutzung abgeschreckt – und das bremst die dringend notwendige Verkehrswende aus“, so Philipp Loth vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD), Regionalgruppe Rhein-Main.

Hinsichtlich der bereits länger bestehenden und angekündigten Einschränkungen bleibt die Situation auch nach wie vor schwierig: Zwischen Hanau Hbf und Hanau Nord kann in den Abend- und Nachtstunden weiterhin täglich kein Zugverkehr stattfinden, weil das Stellwerk nicht besetzt ist. Eine Verbesserung wird zwar für März 2026 in Aussicht gestellt. Es wird sich jedoch zeigen, ob der Termin gehalten werden kann. Auch auf der Strecke Nidda–Gießen fahren an Wochenenden bereits seit Langem ab dem Nachmittag bis Betriebsende keine Züge mehr. Wie lange noch, ist schwer abzusehen.

Am letzten Wochenende, dem 29. und 30. November 2025, kam es erneut zu mehreren spontanen Stellwerksausfällen, die zu erheblichen zusätzlichen Einschränkungen führten. Am Samstag blieb zwischen Hanau Hbf und Hanau Nord eine weitere Schicht unbesetzt, sodass dort auch tagsüber kein Zugverkehr möglich war. Am Sonntag musste der Zugverkehr zwischen Friedberg und Nidda ganztägig eingestellt werden. Auf der Strecke Hanau–Aschaffenburg war zwischen 6 und 18 Uhr kein durchgehender Zugverkehr möglich; zwischen Hanau und Dettingen wurden Ersatzbusse eingesetzt, während Regionalexpress-, ICE- und Güterzüge großräumig über Darmstadt umgeleitet werden mussten.

Darüber hinaus war von Samstagabend bis Dienstag, den 2. Dezember 2025, jeweils von 18 bzw. 20 Uhr bis 6 Uhr morgens, kein durchgehender Zugverkehr zwischen Gießen und Siegen möglich. Die Regionalexpresszüge fielen auf dem gesamten Abschnitt aus, die Regionalbahnen aus Richtung Gießen endeten vorzeitig in Ehringshausen.

Es bleibt noch viel zu tun. Die Bahn muss alles daransetzen, das entstandene Personalproblem schnellstmöglich zu lösen; es hätte niemals dazu kommen dürfen“, so Anja Zeller, politische Geschäftsführerin des VCD in Hessen.

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