Wir brauchen ein dichtes, hessenweit ausgebautes Fuß- und Radwegenetz, auf dem Menschen jeden Alters komfortabel, sicher und barrierefrei unterwegs sein können.
Jeder Mensch muss gute Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur vor der Haustür haben, die das angenehme und schnelle Erreichen aller Ziele sowie das sichere Parken ermöglicht.
Das geltende Straßenverkehrsrecht muss von den Städten und Kommunen überall umgesetzt werden. Deshalb ist das Parken auf Gehwegen, dort wo es zugelassen wurde, auf die Straße zu verlagern, wenn es das Gehen mit Hilfsmitteln wie Rollatoren oder auch mit Kinderwagen einschränkt und der Begegnungsverkehr mit anderen Fußgänger*innen nicht möglich ist.
Gegen das ordnungswidrige Parken auf Geh- und Radwegen muss von den Ordnungskräften der Kommunen und der Polizei konsequenter vorgegangen werden. Radfahren ist mit Abstand zum motorisierten Verkehr zu ermöglichen. Die geltenden Sicherheitsabstände von 1,50 Metern innerorts und 2 Metern außerhalb von Ortschaften sind, wenn nötig, durch die bauliche Trennung der Fahrbahnen von Auto- und Radverkehr durchzusetzen.
Gießen,
Fuß & Fahrrad,
Pressemitteilung
Gießen
Der VCD Kreisverband Gießen unterstützt die am 13.09. gestartete Einwohnerpetition zur Durchführung des Verkehrsversuchs auf dem Anlagenring und plädiert gegenüber dem Magistrat dafür, bis zur Entscheidung des Stadtparlaments keine Tatsachen zu schaffen, die der Petition zuwiderlaufen. Der Magistrat möge im Gegenteil die Teile der Petition schon vorher umsetzen, denen keine zwingenden rechtlichen oder tatsächlichen Gründe entgegenstehen.
Insbesondere setzt sich der Verkehrsclub für eine „unverzügliche Freigabe der Fahrradstraße auf dem Anlagenring zwischen Berliner Platz und Selterstor („E-Klo“) ein, um zumindest auf dieser Teilstrecke eine sichere Fahrradverbindung zwischen Berliner Platz / dem Osten Gießens und dem Bahnhof zu schaffen, die Bushaltestelle Südanlage in Richtung Selterstor wieder in Betrieb nehmen zu können und so den Fahrgästen unnötige Umwegfahrten zu ersparen, nicht zuletzt aber auch die innere Fahrspur den Rettungsfahrzeugen wieder zugänglich zu machen.“ Der VCD verweist darauf, dass es Radlerinnen und Radlern derzeit nicht möglich sei, diesen Teil des Anlagenrings gefahrlos zu nutzen. Die hier schon vor dem Umbau bestehende unbestreitbare Gefährdungssituation werde nun nochmals "getoppt".
Alternativen hierzu gebe es nicht: die Johannesstraße – ohnehin nur ein kurzes Teilstück parallel zum Anlagenring - sei mit Parksuchverkehr hoch belastet, der Seltersweg Fußgängerzone und der Marktplatz ein gefährliches Nadelöhr, in dem sich in hoher Frequenz Busse begegnen und einen schmalen Korridor bilden, Fußgänger und Fußgängerinnen oft unvermittelt und ohne auf den Radverkehr zu achten zwischen den Bussen kreuzen. Es sei jedoch „Radfahrerinnen und Radfahrern auf ihren alltäglichen Wegen nicht zumutbar, ihre Fahrt regelhaft durch Absteigen unterbrechen zu müssen“, so VCD-Vorstandsmitglied Dietmar Jürgens. „Nur sicheres und zügiges Radfahren ist auch attraktiv. Überdies fahren trotz eindeutigen Verbots noch immer Autos durch diese Engstelle, deren Fahrer sich dumm stellen, wenn sie hierauf angesprochen werden“.
Wer den Marktplatz als eine Alternative zur Fahrradstraße auf dem Anlagenring empfehle, verkenne völlig den Bedarf oder wolle nichts anderes als Busse, Fuß- und Radverkehr weiterhin auf engstem Raum zusammenzupferchen, nur damit sich der Autoverkehr auf dem Anlagenring weiterhin auf vier Fahrspuren ausbreiten könne.