Wir brauchen ein dichtes, hessenweit ausgebautes Fuß- und Radwegenetz, auf dem Menschen jeden Alters komfortabel, sicher und barrierefrei unterwegs sein können.
Jeder Mensch muss gute Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur vor der Haustür haben, die das angenehme und schnelle Erreichen aller Ziele sowie das sichere Parken ermöglicht.
Das geltende Straßenverkehrsrecht muss von den Städten und Kommunen überall umgesetzt werden. Deshalb ist das Parken auf Gehwegen, dort wo es zugelassen wurde, auf die Straße zu verlagern, wenn es das Gehen mit Hilfsmitteln wie Rollatoren oder auch mit Kinderwagen einschränkt und der Begegnungsverkehr mit anderen Fußgänger*innen nicht möglich ist.
Gegen das ordnungswidrige Parken auf Geh- und Radwegen muss von den Ordnungskräften der Kommunen und der Polizei konsequenter vorgegangen werden. Radfahren ist mit Abstand zum motorisierten Verkehr zu ermöglichen. Die geltenden Sicherheitsabstände von 1,50 Metern innerorts und 2 Metern außerhalb von Ortschaften sind, wenn nötig, durch die bauliche Trennung der Fahrbahnen von Auto- und Radverkehr durchzusetzen.
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Erfahrungen aus Baustellen und Veranstaltungen auf dem Cityring untermauern die Umsetzbarkeit.
Aufgrund der Bauarbeiten an den Gleisanlagen der Schlossumfahrt für Straßenbahnen steht dem Kfz-Verkehr aktuell ein Fahrstreifen weniger zur Verfügung als gewöhnlich. Der VCD fordert, dies zu Dauereinrichtung zu machen und den Platz den Radfahrenden zur Verfügung zu stellen.

„Die Reduzierung der Fahrstreifenzahl auf dem Cityring vor Staatsarchiv und Landesmuseum ist lang geübte Praxis. Bei quasi jeder Veranstaltung um das Schloss wie Heinerfest und Schlossgrabenfest fällt der Fahrstreifen auf der Seite der Innenstadt über einen längeren Zeitraum für den Verkehr weg“, erinnert Sabine Crook, Vorsitzende des VCD Darmstadt-Dieburg. „Wenn es noch eines Nachweises bedurfte, dass man auf den Fahrstreifen guten Gewissens auch dauerhaft verzichten kann, dann wurde er mit der aktuellen Baumaßnahme der HEAG mobilo erbracht“, stellt Crook fest.
Auf dem Cityring ist bisher nur ein Stückwerk an Radverkehrsanlagen vorhanden. Es bestehe nun die Chance, eine entscheidende Lücke zu schließen. „Der an der Landgraf-Georg-Straße beginnende Radstreifen verschmälert sich im Kurvenbereich am Karolinenplatz erheblich und ist eigentlich viel zu schmal für den Radverkehr. Bis einschließlich zur Schleiermacherstraße wird dieser zudem unzulässigerweise häufig von breiten Fahrzeugen wie LKW mitgenutzt und Radfahrer zum Ausweichen gezwungen. Der Radstreifen widerspricht in der jetzigen Form den technischen Richtlinien und ist ein eklatantes Sicherheitsdefizit“, erläutert Crook: „Erst ab der Schleiermacherstraße ist wieder besser nutzbarer jedoch weiterhin recht schmaler Radstreifen vorhanden. Dieser endet jedoch Stumpf auf Höhe des Regierungspräsidiums im Buswartebereich und zwingt Radfahrer häufig zum Ausweichen auf die übrigen Fahrstreifen.“
„Das Problem hat zwar selbst die regierende Koalition erkannt (vgl. Antrag von Grünen/CDU in der Stadtverordnetenversammlung am 30.03.2017), eine Änderung ist aber nicht erkennbar eingetreten“, berichtet Crook. Der vorbildliche Radstreifen im Bereich des Klinikums sei daher sicher über die auch für den Radverkehr wichtige Achse Cityring nicht zu erreichen, bilanziert der VCD.
Der VCD fordert daher, mit Abschluss der Bauarbeiten an der Gleisschleife um das Schloss die Flächen nicht dem Kfz-Verkehr zurückzugeben, sondern für den Radverkehr ein großzügiges gutes und vor allem sicheres Angebot in Form einer Protected Bikelane auf dem kompletten Cityring zu schaffen. „Die Absurdität, dass sich die Stadt in ihrem Herzen für den Kfz-Verkehr eine Straße mit Autobahncharakter leistet, die eine moderne Stadtmauer darstellt, muss beendet werden. Die Stadt selbst hat den Beweis geführt, dass der Ring fürs Rad frei sein kann und dennoch der Verkehr rollt. Lippenbekenntnisse zur Förderung des Radverkehrs gab es schon genug. Es ist Zeit zu handeln“, fordert Crook abschließend.