Wir brauchen ein dichtes, hessenweit ausgebautes Fuß- und Radwegenetz, auf dem Menschen jeden Alters kom­fortabel, sicher und barrierefrei unterwegs sein können.

Jeder Mensch muss gute Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur vor der Haustür haben, die das angenehme und schnelle Erreichen aller Ziele sowie das sichere Parken ermöglicht.

Das geltende Straßenverkehrsrecht muss von den Städten und Kommunen überall umgesetzt werden. Deshalb ist das Parken auf Gehwegen, dort wo es zugelassen wurde, auf die Straße zu verlagern, wenn es das Gehen mit Hilfsmitteln wie Rollatoren oder auch mit Kinderwagen einschränkt und der Begegnungsverkehr mit anderen Fußgänger*innen nicht möglich ist.

Gegen das ordnungswidrige Parken auf Geh- und Radwegen muss von den Ordnungskräften der Kommunen und der Polizei konsequenter vorgegangen werden. Radfahren ist mit Abstand zum motorisierten Verkehr zu ermöglichen. Die geltenden Sicherheitsabstände von 1,50 Metern innerorts und 2 Metern außerhalb von Ortschaften sind, wenn nötig, durch die bauliche Trennung der Fahrbahnen von Auto- und Radverkehr durchzusetzen.

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Frankfurt & Rhein-Main

Verkehrsverbände äußern Unverständnis über Poller-Kritik der Rettungsdienste

Poller sind im Frankfurter Stadtbild allgegenwärtig und in unseren Straßen ein wichtiges Hilfsmittel, um Menschen vor Schaden zu bewahren.

Frankfurt am Main: Trotz der Stimmungsmache von Rettungsdienstleitern gegen ihren Einbau sind Poller wichtig, um Wege und öffentliche Plätze frei und für Menschen zugänglich zu halten, die zu Fuß, mit Kinderwagen, Rollator oder im Rollstuhl unterwegs sind.

„Leider macht die Scheißegal-Mentalität beim Parken und Fahren sie zu einem Muss, um mehr Verkehrssicherheit und Verkehrsberuhigung durchzusetzen“ ärgert sich Mathias Biemann, Sprecher der Frankfurter Gruppe des VCD. „Wir beobachten seit einigen Monaten den Verkehr in einer größeren Tempo 30 – Zone in Frankfurt. Es ist bedauerlich, wie viele Autofahrer Anliegerstraßen missachten und auch gegen Einbahnstraßen fahren.“ Das habe solche Ausmaße, dass kaum eine Verwaltung das durch Kontrollen in den Griff bekommen könne. Hier seien Poller dann eine wichtige, eigentlich einzig funktionierende Gegenmaßnahme. Der Verkehrsclub hat für die strikte Ablehnung der Poller durch die Rettungsdienste kein Verständnis. Sie seien für Rettungsdienste ein bekanntes Hindernis, das sie, durch eine andere Routenwahl, ohne bedeutenden Zeitverlust umfahren könnten.

Auch der Einsatz von Pollern als Modalfilter, die den Autoverkehr in bestimmte Richtungen lenken, aber durchlässig für den Rad- und Fußverkehr sind, ist in Frankfurt üblich und an vielen Stellen seit Jahren Standard, ohne dass dies für die Rettungskräfte bisher ein Thema gewesen ist. So gibt es bereits zahlreiche Modalfilter im Nordend, wie z.B. am Nordendplatz, der Eysseneckstraße oder Humboldstraße. Die zur Verkehrsberuhigung eingerichteten und speziell vom ASB kritisierten neuen Modalfilter an der Falkensteiner Straße, sind aus Sicht der Branddirektion wie ein Sportplatz zu behandeln und nicht zur ständigen Durchfahrt zu Einsatzorten gedacht. Wir gehen davon aus, dass die Änderungen der Verkehrsführung seitens der Stadt über den üblichen Prozess an alle Beteiligten, also auch den ASB, kommuniziert wurden, sodass die informierten Einsatzkräfte von Anfang direkt die Modalfilter umfahren können und das Auf- und Zuschließen der Poller im Normalfall gar nicht notwendig ist. Dass die Hilfsfristen dabei trotz der Umfahrung problemlos eingehalten werden, hat die Branddirektion vorab überprüft.

Auch die von Dierk Dallwitz (DRK Frankfurt) vorgebrachten Vorbehalte gegen baulich getrennte Radwege kann unter anderem der ADFC Frankfurt am Main nicht nachvollziehen: „Bei uns melden sich immer wieder Einsätzkräfte, die dankbar für breite und baulich getrennte Radwege sind, weil sie dadurch schnell und unkompliziert am Autostau vorbei zu Einsätzen fahren können, ohne auf Rettungsgassen der Autofahrenden warten zu müssen. Leider dürfen die Einsatzkräfte öffentlich nicht darüber sprechen, die vielen Bilder und Videos solcher Situationen sprechen aber für sich“ ergänzt Ansgar Hegerfeld, verkehrspolitischer Sprecher des ADFC Frankfurt am Main.

Beatrix Baltabol vom Radentscheid hebt noch hervor: „Durch die Poller erhöht sich die Aufenthaltsqualität, außerdem können Kinder sowie z.B. Ältere im Viertel ihre Ziele durch die erhöhte Verkehrssicherheit selbstständiger erreichen. Wir finden es befremdlich, dass von Thomas Müller-Witte (ASB) angebliche Todesfälle durch Poller unterstellt werden, während wissenschaftlich bewiesen ist, dass Verkehrsberuhigung grundsätzlich zu weniger Unfällen führt.“

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