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Gießen

VCD-Kreisverband zur Lumdatalbahn: Nutzen-Kosten-Untersuchung bestätigt deutliche Entlastung für Straßen, Ortsdurchfahrten bis hin zur Stadt Gießen

Der Verkehrsclub Deutschland (VCD) Kreisverband Gießen begrüßt das positive Ergebnis der Nutzen-Kosten-Untersuchung (NKU) zur Reaktivierung der Lumdatalbahn. Mit einem NKU-Wert von 1,47 liegt das Projekt deutlich über der Schwelle für eine Förderung durch Bund und Land. Selbst bei erheblichen Kostensteigerungen bleibt die Reaktivierung wirtschaftlich.

Lumdatalbahn in Lollar
Nahe der Friedrich-Ebert-Straße wird der Bahnhalt Lollar-Nord entstehen. In diesem Abschnitt werden werktäglich 1.850 Fahrgäste im Zug und 1.400 Personen im Linienbus erwartet.

Der VCD sieht hierin einen wichtigen Meilenstein für die Verkehrswende im Landkreis Gießen. Die Studie belege nicht nur die Wirtschaftlichkeit der Bahnstrecke, sondern zeige auch erhebliche Vorteile für die Menschen im Lumdatal, in den Gemeinden entlang der Landesstraße L 3146 und auch in der Stadt Gießen.

„Die Lumdatalbahn ist mit ihren fünf neuen Bahnhaltepunkten ein wirksames Instrument gegen die Verkehrsprobleme auf den Straßen der Region. Die Untersuchung zeigt eindrucksvoll, dass die Bahn Tausende Autofahrten ersetzen und damit die Lebensqualität in den Ortsdurchfahrten und durchaus auch in Gießen spürbar verbessern kann“, erklärt VCD-Vorstand Dietmar Jürgens.

Besonders bemerkenswert sei die prognostizierte Verlagerung vom Auto auf die Schiene. Nach den Berechnungen der Gutachter werden jährlich PKW-Fahrten von 7,2 Millionen Kilometer eingespart. Beispielsweise würden zwischen dem neuen Bahnhalt Lollar-Nord und dem Bahnhof Lollar 1.571 ÖPNV-Fahrgäste pro Werktag hinzugewonnen. Eine Zunahme von 73 Prozent im Vergleich zum heutigen Busangebot! Zwischen Allendorf und Treis sind 549 neue ÖPNV-Reisende pro Werktag zu erwarten. 1.100 Fahrgäste werden in diesem Abschnitt die Lumdatalbahn und 400 die Linienbusse nutzen, die ebenso wie die Lumdatalbahn in diesem Abschnitt im Stundentakt fahren sollen.

Von der Bahn profitieren vor allem die Anwohnerinnen und Anwohner in den Ortsdurchfahrten von Allendorf (Lumda) und Treis. Jede Fahrt, die künftig auf die Bahn verlagert wird, bedeutet hier weniger Verkehr, weniger Lärm und mehr Verkehrssicherheit auf den Straßen. Das wiederum ist ein nicht zu unterschätzender Kostenfaktor, so der VCD: Allein die Kosten durch Verkehrsunfälle reduzieren sich um 520.000 Euro jährlich.

Ein erheblicher Teil des Verkehrs aus dem Lumdatal hat heute das Ziel Gießen. Wer künftig mit der Bahn direkt und zuverlässig in die Innenstadt, zum Bahnhof, zur Universität, zu Schulen oder Arbeitsplätzen fahren kann, muss nicht mehr mit dem Auto in die Stadt einpendeln. Dadurch werden auch die Gießener Einfallstraßen entlastet. Durch flüssigeren Verkehr profitieren auch alle, die auf das Auto angewiesen sind und nicht den ÖPNV nutzen können. Die Lumdatalbahn kann damit einen wichtigen Beitrag zur Verringerung von Staus und Parkplatzdruck in der Stadt Gießen leisten.

Die Studie zeigt außerdem, dass die Fahrgäste jährlich rund 157.000 Stunden Reisezeit sparen. Die bessere Anbindung des Lumdatals verbessert die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen, Bildungseinrichtungen, medizinischer Versorgung und Freizeitangeboten. Besonders profitieren Menschen, die kein eigenes Auto besitzen oder bewusst auf das Auto verzichten möchten.

Positiv bewertet der VCD auch die Umweltwirkungen des Projekts. Trotz der konservativen Annahme eines Dieselbetriebs sinken die Treibhausgasemissionen deutlich. Mittelfristig ist zudem zu erwarten, dass die Dieselzüge durch Batteriezüge ersetzt werden, die dann im elektrifizierten Abschnitt zwischen Lollar und Gießen laden können und im Lumdatal batterieelektrisch fahren werden.

Der VCD zeigt sich erfreut, dass die Hessische Landesbahn die weiteren Planungsschritte für die Reaktivierung der Lumdtalbahn eingeleitet hat und rät den Kommunen, zeitnah die Planungen für Park-&-Ride sowie Bike-&-Ride-Anlagen an den fünf neuen Bahnhaltepunkten anzugehen. Ziel müsse sein, dass diese Anlagen mit Fördergeld des Landes umgesetzt sind, wenn die ersten Züge auf der Strecke fahren.

„Die Lumdatalbahn ist eine Investition in die Zukunft des Landkreises Gießen. Jetzt gilt es, die Chance zu nutzen und das Projekt gemeinsam zügig umzusetzen“, so VCD-Vorstand Dietmar Jürgens. Der Verband bedankt sich bei allen, die das Projekt bis hierher vorangetrieben und unterstützt haben, „allen voran den Aktiven des Lumdatalbahnvereins, die nun hoffentlich in naher Zukunft die Früchte ihrer Arbeit ernten können.“

https://hlb-online.de/wp-content/uploads/2026/06/NKU_LTB_Endbericht.pdf

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