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Gießen

Mit Halbwahrheiten gegen E-Mobilität

Die BSW-Kandidatin für die Kommunalwahl in der Stadt Gießen, Seda Güngör, weist darauf hin, dass Elektroautos "in ihrer Herstellung deutlich umweltschädlicher" seien als "Verbrenner". So weit, so richtig. Vermutlich bezieht sich Frau Güngör, die ihre Quelle nicht nennt, auf eine im Herbst vergangenen Jahres im Fachjournal PLOS Climate veröffentlichte Studie. Dabei unterschlägt sie, dass die Umweltbilanz schon im zweiten Jahr der Nutzung zu Gunsten des E-Autos kippt, das den "Verbrenner" dann über den gesamten Lebenszyklus der Fahrzeuge locker "abhängt", um mal im passenden Jargon zu bleiben. Zitat aus der Studie: "Elektroautos starten mit einem CO?-Nachteil, weil die Batterieproduktion energieintensiv ist. In den ersten zwei Jahren liegen sie rund 30 % über einem vergleichbaren Verbrenner. Danach kippt die Bilanz: Spätestens ab Jahr zwei verursacht das Elektroauto über den gesamten Lebenszyklus weniger CO? als der Benziner – und der Abstand wächst mit der Zeit. Zusätzlich sinken Luftschadstoffe wie Kohlenmonoxid und Stickoxide." 

Die Verfasser der Studie führen weiter aus: "Rechnet man Klima- und Gesundheitsfolgen in Geld um, kosten Verbrenner über ihre Lebensdauer zwei- bis dreieinhalbmal so viel gesellschaftlichen Schaden wie Stromer."

Offenbar hat Frau Güngör die Studie nur oberflächlich gelesen und sich im Eifer des Wahlkampfs dazu hinreißen lassen, sich von den "vielen Leuten" abheben zu wollen, die "in der Politik über Technik reden", ohne hiervon "eine Ahnung zu haben". Abgesehen von dieser Abqualifizierung anderer stiftet Sie unnötige Verwirrung bei denen, die sich aus Gründen des Klima- und Umweltschutzes ein Elektroauto anschaffen wollen. Leider begibt sich Frau Güngör hierdurch in das Lager derjenigen, die die notwendige Transformation im Mobilitätssektor behindern. Sich für eine bessere Verkehrspolitik einsetzen zu wollen, wie es die Unterzeile der Überschrift suggeriert, würde mindestens voraussetzen, die Fakten anzuerkennen. 

Quelle u.a. Elektroauto vs. Verbrenner: Neue Studie zur Klimabilanz 

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