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Gießen

VCD zum "Verbrenner-Aus": IHK bremst, Mitgliedsbetriebe sind schon weiter

In einer Pressemitteilung setzt sich der Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) kritisch mit Aussagen der IHK-Spitze zum so genannten "Verbrennerverbot" auseinander:

"Wie kürzlich schon der lokale Kfz-Handel stimmt nun auch die Spitze der Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg die alte Leier gegen das so genannte "Verbrennerverbot" an. Im Ergebnis würde dies nichts anderes bedeuten als eine weitere Verschleppung der E-Mobilität und der Reduzierung des CO²-Ausstosses im Mobilitätssektor", so VCD-Vorstand Matthias Oertel. Da seien die Praktiker glücklicherweise längst weiter: Zur Vorstellung ihrer Herbst-Konjunkturumfrage hatten IHK-Präsident Schwarz und Hauptgeschäftsführer Leder sich dankenswerter Weise als gastgebendes Unternehmen die Firma Go! Express & Logistics in Pohlheim ausgesucht und in Geschäftsführer Christian Schmidt einen offenbar tatkräftigen Gegenpart zu ihrem Lamento gefunden. Sein Statement - nicht ängstlich sondern optimistisch: "Die E-Mobilität überrollt gerade den Markt" und er stelle seine Fahrzeugflotte im Nahtransport um. Auch im Fernverkehr könnten demnächst 40-Tonner in Europa mit Strom betankt werden. Während die überfällige Transformation bei uns also nun ins Rollen komme, sähen die Kämpfer gegen das "Verbrenner-Aus" noch immer "gute Absatzmärkte in Afrika und Lateinamerika". Skrupel, die fossile Technologie weiter in Länder zu exportieren, die ihrerseits auf eine zukunftsfähige und nachhaltige Entwicklung angewiesen sind, zumal sie viel weniger gegen den Klimawandel gewappnet sind als wir, kenne Herr Leder offenbar nicht und er erkenne - so der VCD - auch nicht, dass die dann in diesen Ländern ebenfalls verschleppte Transformation jedenfalls nicht mehr von Deutschland mitgestaltet wird, das sich selbst "aus dem Rennen" nimmt. Oertel: "China wird's freuen." 

Probleme bei E-Ladekapazitäten und Reichweiten, die auch Herr Schmidt durchaus noch sehe, seien lösbar. Beides entwickele sich derzeit rasant. Allerdings habe nicht nur “die Politik” versäumt, dies zu forcieren. "Es waren und sind wie stets die großen Automobilhersteller, die zugunsten kurzfristiger Aktionärsgewinne und Managergehälter notwendige und nicht aufzuhaltende Entwicklungen auch dann noch verschleppen, wenn diese längst im Gang sind, denn Transformation kostet erst einmal Geld", so der VCD weiter. "Was die IHK-Funktionäre in blinder Gefolgschaft nicht sehen, ist dass die von den großen Autoherstellern und ihrem Verband, dem VDA, abhängigen Betriebe (Zulieferer, Handel, gewerbliche Kunden) deren Entscheidungen auszubaden haben. Also: Mal weniger auf die Politik schimpfen, gell? Und danke an Herrn Schmidt, auch wenn der VCD als ökologisch orientierter Verkehrsverband natürlich dafür kämpft, Güter möglichst mit der umweltfreundlicheren Bahn zu transportieren, wohlwissend, dass das nicht flächendeckend möglich ist."

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