Hessen

Ausbau A49

Aktueller Stand des Ausbaus der A 49

Als der VCD gegründet wurde, lagen die ersten Pläne schon vor. Die Autobahn A49 sollte von ihrem damaligen Ende bei Borken bis zum Anschluss an die A5 bei Gemünden/Felda weitergebaut werden. Nachdem diverse Trassenvarianten entworfen und wieder verworfen wurden, haben mittlerweile und entgegen früher gemachter Zusagen der Landesregierung die Raupen und Bagger abschnittsweise den Ausbau in Angriff genommen. Ab Neuental, dem derzeitigen Ende der Autobahn, unterteilen die Planer diesen Abschnitt in drei Teile, die in ihrer Sprache „Verkehrskosteneinheiten“ (VKE) genannt werden.

Der erste Abschnitt, VKE 20, beginnt bei Neuental und endet bei Treysa. Er wurde 2007 planfestgestellt und es wurde bereits mit dem Bau begonnen. Dieser Bauabschnitt soll 195 Millionen Euro kosten, von denen 60 Millionen bewilligt sind.

Auch für den zweiten Bauabschnitt VKE 30 zwischen Treysa und Stadtallendorf besteht seit Anfang 2012 Baurecht. Für ihn betragen die bisher ermittelten Baukosten 105 Millionen Euro.

Nur wenige Monate später, am 30. Mai 2012, erlangte auch der dritte Bauabschnitt von Stadtallendorf bis zur A5 bei Gemünden/Felda Baurecht. Hessens Verkehrsminister Posch krönte seinen letzten Arbeitstag mit der Unterschrift unter den Planfeststellungsbeschluss. Hier geht es um Baukosten von voraussichtlich 235 Millionen Euro.

 

Kritik an den Ausbauplänen

Der VCD Kreisverband Marburg-Biedenkopf teilt die Kritik am Ausbau der A49, die von verschiedenen Bürgerinitiativen vorgetragen wird. Insbesondere mit der Aktionsgemeinschaft „Schutz des Ohmtals“ arbeiten wir seit vielen Jahren eng zusammen.

Die Auswirkungen des Autobahnbaus auf die betroffene Region sind unserer Meinung nach erheblich:

  • Es gehen wertvolle landwirtschaftliche Flächen verloren
  • Der Autobahnbau bringt zusätzliche Lärm- und Schadstoffbelastungen unter anderem für die Menschen in Treysa, Stadtallendorf und Homberg/Ohm
  • Der Herrenwald bei Stadtallendorf wird als wichtiger Natur- und Erholungsraum geschädigt
  • Der Trinkwasserschutz ist nicht in vollem Umfang gewährleistet, z. B. durch das Ableiten von Autobahnabwasser in den Bach Klein in der Trinkwasserschutzzone II.  Hierzu hat der Zweckverband der Mittelhessischen Wasserwerke Bedenken angemeldet
  • Die Autobahn soll ein prognostiziertes Verkehrsaufkommen von 38 000 Fahrzeugen pro Tag haben, von denen zwei Drittel als Verlagerungsverkehr von anderen Fernstraßen eingestuft wird.

 

Klagen gegen die Planungen

Gegen den Planfeststellungsbeschluss für den VKE 30 und 40 wurden von Seiten der Naturschutzverbände NABU und BUND Klage eingereicht.

Mittlerweile (Sommer 2016) wurden die Klagen abgewiesen oder eingestellt. Es besteht für alle drei Bauabschnitte Baurecht.

 

Finanzierung ist fragwürdig

Im neuen Bundesverkehrswegeplan ist die Finanzierung des ersten Bauabschnittes (VKE 20) Neuental –Schwalmstadt vorgesehen.

Der Tunnel bei Treysa-Frankenhain ist fast fertig. Mittlerweile werden von Bischhausen an die Brückenbauwerke gebaut, und es folgen die Fahrbahnen.

Für die nächsten Bauabschnitte Schwalmstadt-Stadtallendorf Nord und Stadtallendorf Nord-Gemünden/Felda (VKE 30und VKE 40) prüft das Bundesverkehrsministerium zurzeit das umstrittene Modell der Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) zur Finanzierung. Eine Entscheidung dazu soll noch dieses Jahr getroffen werden. Der Bundesrechnungshof hat sich schon sehr kritisch zu dieser Art der Finanzierung geäußert, da zu erwarten ist, dass auf den Steuerzahler letztendlich sehr viel höhere Kosten zukommen Die privaten Investoren wollen natürlich eine gute Rendite erwirtschaften.

Die genauen Konditionen für eine solche Finanzierung sind bisher nicht bekannt. Wir sehen diese Art der Finanzierung ebenfalls sehr kritisch und erwarten ein transparentes Verfahren.

Bis dahin steht zu befürchten, dass der abschnittsweise Weiterbau für die Orte Neustadt und Stadtallendorf ganz besondere Probleme aufwerfen wird, da sie den zusätzlichen Verkehr vom Ausbauende bei Treysa aufnehmen müssen – dies aber gar nicht können. Außerdem ist zu erwarten, dass ein nicht absehbarer Strom von LKW und PKW durch den Ebsdorfergrund (über die ausgebaute Landesstraße 3048) und über die Schnellstraßen B62 und B3 von Stadtallendorf nach Marburg und durch Marburg fahren werden.

Um es zu diesen Belastungen nicht kommen zu lassen, fordern wir einen sofortigen Baustopp und Lösungen für die vom Verkehr besonders belasteten Gemeinden, wie sie beispielsweise das alternative Verkehrskonzept der BI „Schwalm ohne Autobahn“ vorsieht.

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